Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) hat die Ergebnisse seiner jährlichen Verbandsumfrage veröffentlicht. Demnach sehen der Zeitschriftenverlegerverband VDZ, der Dachverband der Werbewirtschaft ZAW und der Verband für die Informationswirtschaft Bitkom zwar eine bessere Stimmung als zum Jahreswechsel 2008 auf 2009. Mit steigenden Branchenumsätzen rechnen aber nur die Zeitschriftenverleger. Der Bitkom-Verband prognostiziert Stagnation, der ZAW eine negative Entwicklung.
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Der ZAW rechnet für 2010 mit einem Rückgang von drei bis fünf Prozent. |
ZAW und Verleger erwarten außerdem rückläufige Beschäftigungszahlen, die IT-Branche rechnet mit Stagnation. Als besonders schwierig beschreibt der Verband der Druck- und Medienindustrie seine Lage: Umsätze, Investitionen und Mitarbeiterzahlen dürften sich rückläufig entwickeln. Etwas mehr Optimismus findet sich bei Papierherstellern und -verarbeitern – sie sind nur zum Teil von Presse und Werbemarkt abhängig.
Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) rechnet nach einem voraussichtlichen Umsatzeinbruch von sechs Prozent im Jahr 2009 für 2010 mit einem weiteren Rückgang der Umsätze um drei Prozent. Ein Grund: Gut 60 Prozent des Produktionsvolumens der Druckindustrie sind werbemarktabhängige Erzeugnisse. Infolge der schrumpfenden Erlöse sei "auch für die Beschäftigung nicht mit Wachstum zu rechnen".
Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) erwartet 2010 ein Umsatzplus gegenüber 2009 im Bereich von weniger als einem Prozent auf 6,87 Milliarden Euro und beruft sich auf Ergebnisse einer Umfrage von November 2009. Die Investitionen dürften laut VDZ weitgehend unverändert bleiben, weil sie 2009 nicht sehr stark eingebrochen seien – "es gab 100 neue Zeitschriftentitel", so der VDZ. Der Umsatzrückgang von neun Prozent 2009 sei aber in der Beschäftigung mit Minus 4,8 Prozent von 35.700 auf 34.000 Mitarbeiter nicht vollständig abgebildet. "Die Verlage haben Beschäftigung gehalten", so der VDZ. Dies werde 2010 aber so nicht fortgesetzt werden können, ein Rückgang von zwei bis drei Prozent sei denkbar.
Schlimmstenfalls Stagnation sieht der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) für seine Branche. Er begründet seine recht positive Einschätzung aber nicht näher. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) wiederholt seine Prognose von vor wenigen Wochen, wonach der Werbemarkt 2009 um fünf und 2010 um drei Prozent schrumpfen wird. Entsprechend sieht es für Investitionen und Beschäftigungszahlen eher düster aus. Die Entwicklung des Werbemarkts vollziehe sich im Zuge konjunktureller, struktureller und politischer Effekte.
In der Umfrage des IW Köln gaben insgesamt 44 Verbände ihre Einschätzungen ab. Von ihnen verzeichnen rund zwei Drittel eine bessere Stimmung als vor einem Jahr, die Hälfte erwartet zumindest leicht steigende Branchenerlöse, aber nur einer der 44, die Lederindustrie, rechnet für sich mit wachsenden Beschäftigungszahlen. Die Mehrheit (27 Verbände, bzw. etwa 60 Prozent) befürchtet für den jeweiligen Wirtschaftszweig eher Personalabbau.
(tz)