NEWS

Maßgeschneiderter Umbau durch Ferag


Die RCS Group (Rizzoli Corriere della Sera) mit Sitz in Mailand ist einer der großen Medienkonzerne Italiens und betreibt mehrere Druckzentren, um das Land flächendeckend mit Zeitungen wie dem Corriere della Sera oder der – durch ihr hellpinkfarbenes Papier bekannten – Sport-Tageszeitung Gazetta dello Sport zu versorgen. Zwölf bis fünfzehn Jahre nach der Installation der aktuell genutzten Versandtechnik in Pessano, Padua und Rom war es nun an der Zeit, vor allem die Steuerungselektronik dem heutigen Entwicklungsstand anzupassen – ein Großprojekt, das 2018 über die Bühne ging.


RCS Quotidiani SpA, die Zeitungsproduktionsfirma der RCS Group und Ferag-Anwender seit den 1990er Jahren, betreibt ihren größten Druckstandort in Pessano, am nördlichen Rand des Großraums Mailand. Weitere Druckereien versorgen von Padua aus beispielsweise den Nordosten des Landes oder in Rom den Ballungsraum rund um die Hauptstadt. Alle Standorte waren zwischen 2004 und 2008 im Zuge einer Formatumstellung des Corriere della Sera und der Gazetta dello Sport mit damals neuer Ferag-Versandraumtechnik ausgestattet worden, was für Italien die Segmente Paketbildung, Deckblattherstellung und Fördertechnik bis zur Verladerampe bedeutet.

Exakter Retrofit-Ablaufplan

Nachdem über die Jahre immer wieder Hardware erneuert worden war, hatte die RCS Group 2015 die Evaluation für umfassend neue Steuerungstechnik im Versandraum begonnen, 2017 wurde ein exakter Ablaufplan für das Retrofit der verschiedenen Produktionslinien in unterschiedlichem Umfang definiert.

In Pessano etwa werden sechs Falzausgänge genutzt. Vier Linien, über die der Corriere della Sera verarbeitet wird, führen auf insgesamt sechs Ferag MultiStack (MTS) Kreuzleger. Die etwas neueren zwei Einzeltaktförder-Linien der Gazetta dello Sport sind mit je drei MTS ausgestattet.

Wie praktisch alle Zeitungsverlage derzeit, musste die RCS Group bei ihrer Retrofit-Strategie berücksichtigen, wie die künftige Nutzung der Produktionslinien vermutlich erfolgen wird. So wurden in Pessano zwei Linien nicht aktualisiert, zwei andere Linien erhielten ein Update der Steuerungseinheit PRA-PC zu PRA+ sowie eine neue Ansteuerung der Deckblattherstellung und der Inkjet-Beanschriftung; bei den zwei neuesten Linien aber – die auch über einen separaten Abtransport verfügen – wurden neben der Liniensteuerung LineMaster (LIM) auch die alte Paket-Transportstraßen-Steuerung (Dispatchmaster DIM) zum derzeitigen Standard PKT 2 aktualisiert. Der MDS – der Mailroomdataserver – sowie das übergeordnete IDS-System wurden in Pessano ebenfalls getauscht.

Umbau während der laufenden Produktion

Kurt Mettler, Projektleiter der Ferag für das RCS-Retrofit: "Die größte Herausforderung war, während des Umbaus zu jeder Zeit Paketbildung und -abtransport sicherzustellen. Der Umbau war massiv, schon allein was den Umfang der Neu-Verkabelung angeht. Die Pusher-Module wurden ebenfalls alle ausgetauscht."

Die Neuverkabelung war nötig, weil die aktuelle Version des Plattenketten-Transporteurs PKT2 nach einem völlig neuen Prinzip funktioniert: erst wird das Deckblatt eines Paketes abgescannt, dann wird rückwirkend in der Datenbank nachgefragt, was damit zu geschehen hat, also an welcher Position es von der Kette gestoßen werden muss. Dafür wurden über den Plattenketten eine oder mehrere Kameras montiert (und angesteuert). Die aktuelle Software zur Ansteuerung des Pakettransportes kann eine Verarbeitung nach beiden Prinzipien gewährleisten.

Durch den Umbau eines Teils der Versandraumlinien hat RCS auch den Ersatzteilbestand der unveränderten Technik aufstocken können.

"Müheloser Übergang"

Das gesamte, rund fünf Monate beanspruchende Projekt konnte zur Zufriedenheit des Kunden abgeschlossen werden. Die Verantwortlichen der RCS Group loben die großen Anstrengungen seitens der Ferag, dank derer der Übergang zur neuen Technik "gänzlich mühelos möglich war und keinerlei Störung der Tagesproduktion verursachte".

sbr / 04/18/2019