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UniversalTransporteur macht den Weg frei


Die Linus Wittich Medien-Gruppe ist einer der größten Verleger von kommunalen Zeitungen in Deutschland. Sie betreibt auch drei Druckereien, deren größte die Druckhaus Wittich KG Föhren (Bundesland Rheinland-Pfalz) ist. Rund 200 kommunale Zeitungstitel verlassen allein hier jede Woche die Rotationsmaschinen und werden seit neuestem mit Ferag MultiStack Kreuzlegern zu handlichen Paketen gebündelt. Wittich konnte mit dem Umstieg auf Ferag-Technologie gleich mehrere Herausforderungen bewältigen.


Die Linus Wittich Medien-Gruppe, ein Familienunternehmen mit Sitz in Höhr-Grenzhausen im Westerwald, ist an insgesamt 14 Standorten in Deutschland und Österreich vertreten und gibt rund 900 kommunale Zeitungen heraus. 650 davon erscheinen wöchentlich – mit einer Gesamtauflage von fünf Millionen Exemplaren und weit überwiegend im Endformat DIN A4. Einige Titel werden in DIN A3 produziert.

Die zur Gruppe gehörenden Druckhäuser haben ihre Standorte außer in Föhren im hessischen Herbstein und im brandenburgischen Herzberg. Damit wird ein großes Verbreitungsgebiet abgedeckt, denn Wittich ist in fast allen deutschen Bundesländern aktiv. Die drei Standorte sind schwerpunktmäßig mit der Produktion der gruppen-eigenen Zeitungstitel ausgelastet. Jede Woche werden allein von Föhren aus rund 200 verschiedene Zeitungstitel ausgeliefert. Dafür wird hier mit etwa 90 Mitarbeitern an fünf Wochentagen produziert, montags bis donnerstags im Zwei-Schicht-Betrieb.

Die drei Druckhäuser sind aber auch als Druckdienstleister am Markt aktiv und produzieren für verschiedene Kunden Prospekte, Beilagen und Zeitungen in den Formaten A4 und A3. Seit 2012 wird der Markt auch sehr erfolgreich über den Online-Shop www.lw-flyerdruck.de adressiert.

Produkte durch Beschnitt aufgewertet

Was in den 1960er-Jahren auf einer „Rotaprint 40“ begann, kommt inzwischen an allen drei Druckstandorten von mehreren Rollenoffsetmaschinen des Typs Manroland Cromoman. Die zehn einfach-breiten Achtertürme in Föhren sind in zwei Linien aufgestellt und können jeweils bis zu 80 Seiten A4 in einem Druckdurchgang auslegen. Insgesamt sind die Maschinen mit drei Falzausgängen ausgestattet, die auch weit überwiegend alle parallel genutzt werden.

Vor gut zwei Jahren entschied sich die Linus Wittich Medien-Gruppe dazu, alle Verlagsprodukte durch einen Dreiseitenbeschnitt optisch aufzuwerten und den kommunalen Zeitungen dadurch einen magazin-ähnlichen Charakter zu geben. Dafür wurden erstmals Schneidtrommeln von Ferag hinter zwei Falzausgängen installiert, die ab Falzausgang bereits von UniversalTransporteur(UTR)-Taktförderketten ver- und entsorgt werden. Per UTR werden dann auch die Ferag MultiStack Kreuzleger bedient, welche die Zeitungen zu sauberen, handlichen Paketen stapeln. Sie enthalten je nach Seitenumfang der Produkte zwischen 40 und 200 Exemplare. Mit einer Ferag-Verarbeitungslinie, besteht aus UTR und MultiStack-Kreuzleger, wurde im Sommer 2019 schließlich auch der dritte Falzausgang ausgestattet, wo hauptsächlich Endprodukte mit geringem Seitenumfang ausgelegt werden.

Denn sowohl die Seitenzahl wie auch die Auflage der Zeitungen können höchst unterschiedlich sein: Das beginnt bei 4 Seiten A3 bzw. 8 Seiten A4 und kann in der Spitze 160 Seiten A4 erreichen. Die Auflagen wiederum starten bei 200 bis 300 Exemplaren und erreichen im Einzelfall sogar über 100.000 Exemplare. Alle Zeitungen erhalten bereits in der Druckmaschine eine Rückenleimung.

UTR ermöglich geänderten Materialfluss

Dieses breite Portfolio erfordert von den Wittich-Druckereien eine ausgeklügelte Logistik. Bei Umfängen über 80 Seiten A4 müssen die Zeitungslagen beispielsweise zu einem offline betriebenen Sammelhefter gefahren werden; gleiches gilt, wenn Beilagen auf einer separaten Produktionslinie eingesteckt werden.

Während die Zeitungslagen früher über ebenerdige Förderbänder geführt wurden, haben die UTR-Förderketten nun den Weg frei gemacht für eine Umgestaltung des Materialflusses und der Produktionsabläufe. Sie stellen auch einen wichtigen Schritt zu einer Automatisierung von bisher manuell erledigten Produktionsschritten dar. So werden die großen Umfänge und Auflagen in Föhren nach dem MultiStack Kreuzleger nun direkt zu einem Lagenpalettierer weitergeleitet. Die – trotz des anspruchsvollen kleinen Endformats – hohe Paketqualität des MTS macht es möglich.

Für Frank Trossen, Mitglied der Geschäftsleitung der Druckhaus Wittich KG, waren die Erfahrungen mit dem Lieferpartner Ferag „sehr gut“. Er lobt insbesondere die „absolute Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit“, die für ein mittelständisches Unternehmen wie Wittich sehr entscheidend seien. Gerade auch die MultiStack Kreuzleger, die eher auf Akzidenz-Verarbeitung ausgelegte Wettbewerbsmaschinen ersetzt haben, überzeugten beim Druckhaus Wittich „vom ersten Produktionstag an“.

sbr / 19.12.2019