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MBO setzt auf Datenbank von Körber Digital


Dass elektronische Zulieferteile einen immer größeren Anteil in vielen Maschinen einnehmen, ist eine Herausforderung für den Maschinenbau: Diese Komponenten haben kurze Innovationszyklen – trotzdem benötigen Anwender jahrzehntelang passende Ersatzteil-Lösungen. Folglich muss das Obsoleszenz Management (OM) der Maschinenbauer diese Entwicklung im Blick behalten: Die Experten fragen den aktuellen Lieferstatus einer Baugruppe bereits in der Entwicklungsphase bei den Zulieferern ab und ermitteln Ersatzlösungen, wenn es zu „Product Change Notifications“ oder „End-of-Life-Meldungen“ kommt.


„Allerdings nimmt die Zahl dieser Meldungen derzeit rapide zu, weil das Entwicklungstempo bei elektronischen Baugruppen so hoch ist“, erklärt Berthold Zinth, Supply Chain Manager bei der MBO-Gruppe mit Sitz in Oppenweiler. Das Unternehmen ist einer der größten Hersteller von Falzmaschinen, innovativen Auslagelösungen und Peripheriegeräten, die zum Beispiel bei der Produktion von Büchern und Flyern in Druckereien und Buchbindereien zum Einsatz kommen. „Insgesamt stieg der zeitliche und personelle Aufwand in unserem OM in den letzten Jahren rapide an. In der Vergangenheit wurde es immer arbeitsintensiver, frühzeitig zu reagieren und den Überblick zu bewahren. Das ist für unsere langlebigen Produkte aber unbedingt erforderlich. Vor diesem Hintergrund waren wir auf der Suche nach einer umfassenden Digitalisierungslösung für das OM, die wir jetzt beim Partner Körber Digital gefunden haben“, so Zinth.

Produktneuentwicklung und Ersatzteil-Management im Fokus

Die MBO-Gruppe entwickelt qualitativ sehr hochwertige Hochleistungs-Maschinen und Automatisierungslösungen für die Druckweiterverarbeitung und die Pharmabranche, die für eine industrielle Produktion ausgelegt sind. Entsprechend robust sind die Maschinen. „Es ist für MBO immer das höchste Anliegen, im Falle eines benötigten Ersatzteils lieferfähig zu sein – auch wenn die Maschine schon recht alt ist. Ebenso wichtig ist es für MBO, bereits während einer Produktneuentwicklung Bauteile zu identifizieren, die von einer Abkündigung bedroht sind. Zudem hat MBO durch das Frühwarnsystem von Körber Digital jetzt die Möglichkeit, rechtzeitig nach alternativen Bauteilen oder Lieferanten zu suchen. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir unsere Vertriebspartner rechtzeitig informieren können, sollte ein Zulieferteil in absehbarer Zukunft nicht mehr verfügbar sein. Eine Modernisierung des OMs war für uns also unausweichlich“, fasst Zinth zusammen.

Dabei kann MBO jetzt den gesamten Prozess mit Hilfe der smarten Datenbank von Körber Digital vereinfachen. Diese enthält aktuell rund eine Million Zulieferteile und wächst stetig an, weil sich immer mehr Zulieferer beteiligen und Daten einpflegen. Maschinenbauer können hier „ihre“ Teile bzw. Teilelisten direkt abfragen. Das System überprüft Liefer- und Abkündigungsstatus. Ist ein bestimmtes Teil nur noch eine begrenzte Zeit lieferbar, macht die Datenbank Alternativ-Vorschläge. Ändert sich der Lieferstatus, versendet die Datenbank eine Information an den User. „Wir sind sehr überzeugt von dieser Lösung, die allen Maschinenbau-Unternehmen zur Verfügung steht“, erklärt der Produktverantwortliche Nizar Manzli von Körber Digital. „Für User fällt lediglich eine niedrige monatliche Nutzungspauschale an. Die ersten 12 Monate sind kostenlos. Insgesamt verwandeln wir eine komplizierte Herkulesaufgabe in einen smarten Prozess, mit dem alle Beteiligten ihren Aufwand reduzieren und besser werden.“

sbr / 25.11.2019