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Herma erhält Verpackungspreis


Mit dem InNo-Liner System hat der Spezialist für Selbstklebetechnik Herma mit Sitz in Filderstadt eine Lösung entwickelt, mit der sich der gesamte, klimarelevante CO2-Fußabdruck eines Etiketts drastisch verringern lässt – indem es ohne Trägermaterial auskommt. Das hat auch erfahrene Juroren überzeugt: Das System erhielt jetzt den Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie Nachhaltigkeit.


Ein entscheidender Grund dafür: Dadurch können tausende Tonnen von Trägermaterial eingespart werden, das sonst nach der Applizierung entsorgt werden müsste. Als Trägermaterial werden Papiere oder Folien bezeichnet, die zur Abdeckung der Klebeseiten von Etiketten verwendet werden. Allein in Deutschland werden laut dem Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) pro Tag mehr als zehn Millionen Versandetiketten verwendet. Mit dem neuen InNo-Liner System wird somit eine riesige Menge an Abfall vermieden. Der Deutsche Verpackungspreis gilt als die renommierteste Leistungsschau rund um die Verpackung in Europa. Unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Energie hatte die unabhängige Jury aus Fachverbänden, Unternehmen, Handel und Forschung Einreichungen aus 14 Ländern geprüft und bewertet. Am Ende konnten sich 34 Innovationen aus Deutschland, der Schweiz, Spanien und Schweden in den insgesamt  zehn Kategorien durchsetzen. „Das starke Teilnehmerfeld mit den vielen überzeugenden Lösungen hat es unserer Jury nicht leicht gemacht. Dafür glänzen die 34 Sieger jetzt umso mehr“, sagte Dr. Bettina Horenburg, Vorstandsmitglied und Gesamtverantwortliche für den Deutschen Verpackungspreis beim Deutschen Verpackungsinstitut e.V. (dvi) anlässlich der Bekanntgabe der Gewinner. In der Kategorie Nachhaltigkeit war Herma als Entwicklungspartner für ein PE-Haftetikett, das zu 100 % aus recyceltem PE besteht, in diesem Jahr gleich zweimal vertreten. „Wir haben in der letzten Zeit eine ganze Reihe von Innovationen entwickelt, die zeigen, wie Etiketten dazu beitragen können, Verpackungs- und Recyclingprozesse viel nachhaltiger zu gestalten“, berichtet Dr. Thomas Baumgärtner, Geschäftsführer und Leiter des Bereichs Haftmaterial bei Herma. Das InNo-Liner System ist erstmals live auf den Messen Fachpack in Nürnberg und Labelexpo in Brüssel zu sehen; auch das PE-Folienetikett aus Recyclat können Besucher dort erleben.

Starke Performance dank Mehrschichttechnologie

Das Herma InNo-Liner System basiert auf einer eigens entwickelten Technologie. „Anders als bei konventionellen Etiketten ist das Papiermaterial nicht klebrig, da der Kleber zunächst deaktiviert ist“, erläutert Milos Kojic, Projektteilnehmer bei Herma. „Erst im Moment des Verspendens sorgt eine präzise, rein wasserbasierte Mikrozerstäubungseinheit für die Aktivierung des Haftklebers.“ Die extrem starke Haftung wird möglich durch einen speziellen mehrschichtigen Haftklebstoff, den Herma ebenso wie die eigens für das System entwickelte Mikrozerstäubungseinheit, zum Patent angemeldet hat. Das InNo-Liner System haben alle drei Geschäftsbereiche des Unternehmens (Etikettiermaschinen, Haftmaterial und Etiketten) gemeinsam entwickelt. Entsprechend groß war die Freude über die Auszeichnung bei Herma: „Es ist allen Beteiligten eine große Ehre, mit diesem renommierten Preis ausgezeichnet worden zu sein“, sagt Milos Kojic. „Wir haben von Anfang an unser Herzblut in dieses Projekt gesteckt und freuen uns, dass sich die Anstrengungen des Entwicklungsteams nun auszahlen.“

Herma Entwicklung zweimal ausgezeichnet

Mit dem PE-Folienetikett komplett aus Recyclat war Herma an einem weiteren Gewinner des Deutschen Verpackungspreises in der Kategorie Nachhaltigkeit beteiligt. Die gemeinsame Entwicklung mit der Druckerei schäfer-etiketten aus Wolfschlugen und mit Unterstützung des auf PE-Folien spezialisierten Unternehmens Polifilm ist es das erste PE-Folienetikett, das komplett aus wiederaufbereitetem Polyethylen sowie der Substanz Titandioxid (TiO2) als wichtigem Farbstoff besteht. Der „Rohstoff“ für dieses Etikettenmaterial kommt jeweils zur Hälfte aus entsprechenden Industrieabfällen und aus alten PE-Verpackungen, wie sie typischerweise in Haushalten anfallen, zum Beispiel in Form von Kunststoffflaschen.

sbr / 20.09.2019