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Saxoprint investiert in Großformatmaschine


Die Online-Druckerei Saxoprint mit Sitz in Dresden hat in den letzten Jahren jeweils zweistellige Umsatzzuwächse verzeichnet und im letzten Jahr im kommerziellen Onlinedruck innerhalb der CEWE-Gruppe über 100 Millionen Euro erwirtschaftet. In dieser Zeit hat sich das Produktspektrum deutlich verändert. Mit 80 Prozent sind Standarddrucksachen im Akzidenzbereich, wie Flyer, Poster, Kataloge und Broschüren, nach wie vor der Schwerpunkt, die Themen Verpackung und Veredelung stellen jedoch einen großen Wachstumsmarkt dar.


"Unser Geschäftsmodell basiert auf der Kostenführerschaft", erklärt Geschäftsführer Klaus Sauer. "Mit speziellen Algorithmen werden die Aufträge, die über den Web-Shop eintreffen in Sammelformen gebündelt und auf die jeweiligen Maschinen verteilt.

"Bei uns ist jeder Auftrag individuell. Wichtig sind, neben einem guten Preis, Liefertreue und Schnelligkeit", bestätigt Sauer. Kunden aus ganz Europa bestellen bei Saxoprint, seien es Privatpersonen, Geschäftskunden, Agenturen oder Reseller, welche inzwischen einen nicht unerheblichen Anteil ausmachen. Betreut werden internationale Kunden von einem Callcenter mit Muttersprachlern in London. Laut Saxoprint liegt die Annahmequote, das heißt wie schnell Telefonanrufe angenommen werden, bei 98 Prozent und die Wiederbestellrate bei über 80 Prozent.

Wichtig sind dabei eine hohe Effizienz und Schnelligkeit. Im Drei-Schicht-Betrieb werden bis zu 5.000 Aufträge täglich produziert. Dies ist nur mit industrialisierten Prozessen und mit modernstem Equipment möglich. Dazu wurde in den letzten sieben Jahren über 70 Millionen Euro in neue Lösungen investiert.

Die neueste Installation im Drucksaal hat es mit fünfzig Metern Länge in sich: Eine Speedmaster XL 162-Achtfarben Wendemaschine mit dem weltweit ersten Rollenquerschneider CutStar in diesem Format an einer Maschine der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg). CutStar in anderen Formaten wie 50 x 70 oder 70 x 100 gibt es bei Heidelberg bereits seit vielen Jahren. Damit ist im Format 7B die volle Flexibilität zur Verwendung von Bogen- oder Rollenware gegeben. Vor allem werden die Rüstzeiten deutlich reduziert. Somit stehen acht Druckmaschinen mit insgesamt 36 Druckwerken von Heidelberg bei Saxoprint: Fünf Großformatmaschinen Speedmaster XL 162, eine Speedmaster XL 145 und zwei Speedmaster XL 106, die beide mit dem Rollenquerschneider CutStar ausgestattet sind. "Die Vorteile haben uns überzeugt und so gingen wir auf der drupa 2016 in Verhandlungen mit Heidelberg, dass die nächste Großformatmaschine mit CutStar gebaut wird", erinnert sich Sauer.

Partnerschaftliches Verhältnis zahlt sich aus – nahezu doppelte Effizienz erreicht

Über zwei Jahre entwickelten die Experten von Heidelberg und BW Papersystems Stuttgart GmbH den CutStar. Seit Januar dieses Jahres produziert die Speedmaster XL 162 mit dem CutStar und Klaus Sauer ist überzeugter denn je: "Einmal mehr hat sich die Partnerschaft mit Heidelberg ausgezahlt und das Projekt ist von allen Seiten sehr professionell bearbeitet worden."

Die bisher erzielten Erfahrungen mit dem CutStar sprechen für sich: Mit nur einem Rollenwechsel wird die gleiche Bogenanzahl zugeführt wie sonst mit drei bis vier Papierpaletten. Durch weniger Rüst- und Stoppzeiten sowie störungsfreier Laufstabilität ist die neue Speedmaster XL 162 bei Saxoprint nahezu doppelt so effizient. Die Schneidgüte des CutStar hat eine Toleranz von kleiner 0,3 Millimeter und liegt weit über der von industriell gefertigten Papierstapeln. Somit können die geschnittenen Bogen in der Auslage direkt in die Weiterverarbeitung gehen. Der bisherige Prozess des Rüttelns auf gerade Kanten entfällt komplett. Ein weiterer Pluspunkt ist die Doppelgreifertechnologie in der Maschinenauslage. Mit der kontrollierten Führung an Vorder- und Hinterkante wird der Bogen vom letzten Druckwerk bis auf den Auslegerstapel sicher geführt. Durch diese Innovation entfallen die bisher benötigten Bogenbremsen und somit die druckfreien Korridore. Die Druckfläche kann optimal ausgenutzt werden. Dies bedeutet, dass auf einem einzigen Papierbogen mit einer Breite von 162 Zentimeter gleichzeitig ein Dutzend unterschiedlicher Jobs oder 400 verschiedene Visitenkarten gedruckt werden können. "Wir haben es geschafft, durch Innovationen und gesteigerte Effizienz die zehnprozentige Preiserhöhung im Papier zu kompensieren. Dies ist umso bedeutender, da Papier einen Anteil von bis zu 30 Prozent an unseren Kosten hat", freut sich Klaus Sauer. Hinzu kommt, dass Papier auf der Rolle um etwa sechs Prozent günstiger ist, als Papierbogen. "Mit Heidelberg habe ich einen Partner, der auf unsere Wünsche eingeht und in den ich Vertrauen habe. Die Entwicklung des CutStar ist eine richtig tolle Leistung", zeigt sich Sauer zufrieden. Die Zusammenarbeit geht weiter – momentan läuft ein auf drei Jahre angelegtes Integrationsprojekt, das mit dem Prinect Workflow zum autonomen Drucken führen soll.

sbr / 08.03.2019