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(07/15/2020 / sbr)

3D-gedruckte Prototypen: Von der Idee zum fertigen Produkt

Ein automatischer Desinfektionsspender aus dem 3D-Drucker, ein smarter Knopf, der gleichzeitig als Datenspeicher dient, ein modularer Kameraschlitten und ein Spiegel mit Computerfunktionalität – diese vielseitigen Projekte entstanden in der „Digital Prototyping Academy“ – einer kostenfreien Webseminarreihe. Der Workshop zum Thema „Computational Design + Additive Manufacturing“ wurde im Rahmen des Projektes Emscher-Lippe hoch 4 durchgeführt, das die Digitalisierung von kleinen und mittleren Unternehmen in der Region fördert.

Fünf Wochen lang entwickelten 20 Teilnehmer*innen ihr eigenes Produkt – von der ersten Idee über die Konstruktionsskizze bis hin zu den fertigen Prototypen. Die Ergebnisse präsentierten sie am 17. Juni und schlossen ihre Projekte in Bereichen wie Nachhaltigkeit, Home, Fashion und Lösungen in der Covid-19-Krise erfolgreich ab.

„Dieses Mal standen wir vor der Herausforderung, digitale Prototyping-Werkzeuge und Open-Source-Ressourcen für den professionellen und privaten Gebrauch zu nutzen. Aufgrund der Pandemie haben wir das Format des Workshops angepasst und konnten den Teilnehmer*innen auch von Zuhause einen Raum für Zusammenarbeit und Learning by Doing bieten“, so Adriana Cabrera, Produktdesignerin und Senior Beraterin bei der matrix.

Die „Digital Prototyping Academy“ findet üblicherweise in einem Fabrikationslabor – einem FabLab – statt, das über Material und eine entsprechende Ausstattung wie 3D-Drucker verfügt und so moderne Fertigungsverfahren ermöglicht. In der Corona-Zeit war die Umsetzung des Workshops und eine flexible Zusammenarbeit dennoch möglich: Mithilfe kollaborativer Plattformen und digitaler Tools. In der Wikifactory arbeiteten die Teilnehmer*innen aus Emscher-Lippe und anderen Regionen Deutschlands zusammen, dokumentierten ihre Prozesse und teilten ihre Projekte im Anschluss in mehr als 190 Ländern mit der Gemeinschaft.

In den wöchentlichen Online-Terminen vermittelte Adriana Cabrera, Senior Beraterin für Innovation und Produktentwicklung der matrix GmbH & Co. KG, die Grundlagen der Prototypenerstellung, führte durch Modellierungssitzungen und half beim gemeinsamen Brainstorming und Austausch. Die Projektgruppen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten arbeiteten innerhalb der Woche an der Umsetzung ihrer Ideen. Eine Gruppe verband die elektronischen Möglichkeiten mit den Herausforderungen der Gegenwart und realisierte einen automatisierten Seifen- oder Desinfektionsspender. Die Anleitung zur Herstellung ist mittlerweile öffentlich, sodass das Projekt auch von Interessierten reproduziert werden kann. Auch die Modegruppe teilt ihre Projektergebnisse sowie die Materialliste für anpassbare Knöpfe, die durch integrierte NFC-Antennen Informationen wie z. B. eine Visitenkarte enthalten können.

Die zweite Online-Workshopreihe ist bereits in Planung. Mit dem Thema „Soft Technologies“ werden Anwendungen für leitfähige Materialien, die Praxis der digitalen Herstellung von Prototypen sowie intelligente Materialien und die Tragbarkeit dieser angesprochen.