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(12/20/2019 / sbr)

Risikoreduktion in der Etikettenlieferkette

Pharmalabel, der in Roosendaal in den Niederlanden ansässige Hersteller von Pharmaetiketten, hat durch die Installation einer Colorsat-Switch-Dosieranlage mit Ink-Manager-Software von GSE, einem Anbieter von Druckfarbenlogistiklösungen, die Effizienz und Qualitätssicherung im Flexodruckbetrieb verbessert.

Pharmalabel, 1978 gegründet und Teil der St. Luc Group, liefert Selbstklebeetiketten an Pharma- und Chemieunternehmen, die ihrerseits Krankenhäuser, Tierkliniken und Labore in aller Welt versorgen.

Die Colorsat-Switch-Anlage und die Ink-Manager-Software von GSE automatisieren alle druckfarbenbezogenen Prozesse und Aufgaben bei Pharmalabel, etwa Dosierung, Beschaffung, Bestandsverwaltung, Rohstoffrückverfolgung und Restfarbenverarbeitung.

„Die Pharmaetikettierung ist ein streng regulierter Bereich, bei dem es in puncto Sicherheit keine Kompromisse geben darf“, erklärt René Wingens, Commercial Manager bei Pharmalabel. „Die Colorsat-Switch-Dosieranlage und die Ink-Manager-Software von GSE eröffnen uns die Möglichkeit, den neuesten GMP-Verfahren1 entsprechend eine konstante Qualität zu sichern und das Risiko innerhalb der Lieferkette zu minimieren. Gleichzeitig verringern wir damit drastisch die Verschwendung von Druckfarbe und verkürzen den Zeitaufwand für die Farbvorbereitung.“

Die ebenso schnelle wie präzise Colorsat-Switch-Anlage generiert und dosiert Sonderfarben für alle Aufträge, die mit den Flexodruckmaschinen von Pharmalabel ausgeführt werden. Ausgehend von Rezepturen, die aus einer umfangreichen Datenbank abgerufen werden, mischt die Dosieranlage Farben und Lacke aus Basisbehältern. Selbst Aufträge, für die pro Druckwerk nur 50 Gramm Farbe erforderlich sind, lassen sich so mit einer Genauigkeit von ± 1 DeltaE reproduzieren.

GSE Ink Manager ist ein Softwarepaket für das Druckfarbenmanagement. Aufgaben wie Rezepturvorbereitung, Produktionsplanung, Wiederverwendung von Restfarben, Berichterstellung sowie Nachverfolgung von Druckfarbenchargen innerhalb der Lieferkette werden damit automatisiert, sodass sich Personalaufwand und Fehlerrisiko verringern.

Von der Möglichkeit, Farbziele präzise umzusetzen und Restfarben zu verwerten, profitiert auch Kleinauflagen-Spezialist Pharmalabel: „Bei Pharmalabel haben wir Auflagen unter 2.000 Laufmetern; vielfach sind es zwischen 50 und 100 Laufmeter“, macht René Wingens deutlich. „Insofern bleibt ein großer Teil der angemischten Druckfarbe danach in der Druckmaschine zurück. Die GSE-Ink-Manager-Software ermöglicht die Wiederverwendung der Restfarbe, die dann in neue Rezepturen eingerechnet wird – dadurch sinkt der Druckfarbenverbrauch um acht Prozent.“

„Wir führen jeden Tag viele kleine Aufträge aus“, so René Wingens weiter. „Übers Jahr hinweg bringen uns die pro Auftrag eingesparten Minuten durch das unmittelbare Abrufen einer Farbrezeptur, das automatische Dosieren und das vermiedene manuelle Eingeben von Daten einige Stunden an zusätzlicher Maschinenlaufzeit.“

Die Ink-Manager-Software von GSE unterstützt Pharmalabel durch die Nachverfolgbarkeit der Rohstoffe auch bei der intensiven Qualitätssicherung für Markenartikler. Bei GSE berücksichtigte man die für Pharmalabel erforderliche größere Transparenz in der Lieferkette und optimierte die Ink-Manager-Software dahingehend. Nun sind Funktionen vorhanden, mit denen der Kunde das Verfallsdatum von Grundfarben erfassen und nachverfolgen kann, aus denen die einzelnen Chargen für spezifische Aufträge bestehen.

Wenn ein neuer Auftrag vorbereitet wird, listet die Software automatisch die Druckfarbenbestandteile nach Verfallsdatum sortiert auf. Der Bediener nimmt dann in der Software die entsprechende Auswahl vor; manuelles Überprüfen ist nicht mehr erforderlich.

„Durch die Installation von GSE Ink Manager ist Pharmalabel gut aufgestellt für die überarbeiteten Anforderungen der Guten Herstellungspraxis“, konstatiert Maarten Hummelen, Marketing Director von GSE. „Hersteller müssen auf jeder Stufe des Workflows und der Lieferkette die Rückverfolgbarkeit nachweisen können. Darunter fallen auch die für bestimmte Aufträge verwendeten Druckfarben, die verfolgt werden von der in die Werkshalle kommenden Grundfarbe bis hin zu der Verpackung, auf sie am Ende landen.“

Mit weltweit 1.900 Installationen bietet GSE umfassende Lösungen für die Druckfarbenlogistik, darunter Dosieranlagen, Desktop-Proofsysteme und Management-Software für den Einsatz bei der Produktion von Etiketten, Verpackungen, Tapeten, Textilien und Industriebeschichtungen.

1 GMP (Good Manufacturing Practice): Gute Herstellungspraxis. Als Gute Herstellungspraxis (englisch Good Manufacturing Practice oder GMP) bezeichnet man Verfahrensweisen zur Einhaltung der Richtlinien von Behörden, die bei Produktion und Verkauf von Nahrungsmitteln und Getränken, Kosmetika, Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Medizinprodukten für die Genehmigung und Lizenzierung verantwortlich sind. Die Aufsicht darüber haben Regulierungsbehörden in aller Welt, beispielsweise in Kontinentaleuropa, Großbritannien, den USA, Kanada, China und Indien. (Quelle: Wikipedia)

2 Pharmalabel, ein Unternehmen der St. Luc Group, hat schon viele Innovationen entwickelt, darunter das „Flag Label“, ein Selbstklebeelement, das Streifen mit identischen Informationen enthält und auf medizinischen Behältern ebenso wie an Patientenakten angebracht werden kann. Informationen sind damit auch auf kleinen oder uneben geformten Behältnissen deutlich lesbar; durch den Wegfall der manuellen Eingabe wird das Fehlerrisiko verringert. Eine weitere Erfindung des Unternehmens ist das „Hang Label“, ein selbstklebendes Etikett, das Flaschen und Beutel im Umfeld von Krankenhauspatienten aufnimmt und dadurch Eisenstangen ersetzt.