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(30.09.2019 / sbr)

„Die drupa ist eine Messe der Superlative“

Die Vorbereitungen für die drupa 2020 laufen auf Hochtouren. Im Interview erklärt drupa Director Sabine Geldermann von der Messe Düsseldorf, worauf Besucher sich vom 16. bis 26. Juni 2020 freuen können, welche Schwerpunkte die Weltleitmesse für Print-, Crossmedia- und Packaging-Lösungen setzen wird und auf welche Highlights sie persönlich sich am meisten freut.

Frau Geldermann, die drupa 2020 rückt näher. Wie läuft die Vorbereitung?

Sabine Geldermann: Wir blicken auf einen sehr positiven Buchungsstand mit aktuell 1.600 Ausstellern aus über 40 Nationen und freuen uns sehr, dass wir bei den Flächenbuchungen schon jetzt das Ergebnis der 2016er Edition übertroffen haben. Wir gehen davon aus, dass wir die Ausstellerzahlen der 2016er Edition mindestens bestätigen werden. Wir freuen uns auf mehr als 400 neue Aussteller entlang der gesamten Prozess- und Produktkette und verzeichnen eine sehr gute Rückbuchungsquote von 73 Prozent. Das werten wir als Bestätigung unserer Konzeption und der laufenden Aktualisierungen der Nomenklatur, mit der wir neue Technologietrends aufgreifen. Hier in Düsseldorf stehen wir in engem Kontakt zu unseren Key Accounts und erleben, dass sie mit beeindruckendem Engagement und Aufwand die Planung für ihre Messestände vorantreiben. Wir werden fantastische, alle Sinne anregende Standkonzepte sehen, darunter zahlreiche imposante doppelgeschossige Bauten. Auch die Logistikplanung läuft auf Hochtouren. Die gesamte Klaviatur der technischen Vorbereitungen steht auf unserer tagesaktuellen Agenda.

Was tun Sie, um internationale Besucher nach Düsseldorf zu locken?

Geldermann: Unsere Analysen zeigen, dass bestehende Wachstumspotentiale hier insbesondere im internationalen Umfeld liegen. Vor diesem Hintergrund starten wir im September gemeinsam mit dem VDMA und der Print Promotion GmbH erneut eine drupa world tour. Hochrangig besetzte Delegationen reisen ab September 2019 bis tief ins Frühjahr 2020 hinein in über 30 Länder weltweit. Dort präsentieren sie auf Events und unterschiedlichen Konferenzformaten aktuelle Technologietrends sowie unsere Konzeption, die inhaltliche Ausrichtung und das Programm der drupa 2020. Das Ganze ist ein sehr großes Investment und bindet über Monate Ressourcen. Doch der Aufwand lohnt sich. Wir bekommen von den Teilnehmern vor Ort viel zurück: Teils wirken sie in ihrer Heimat als wahre Ambassadors der drupa. Wir möchten zudem neue Besucherprofile erschließen, um im Juni 2020 wieder Besucher aus mindestens 183 Nationen in der drupa-City Düsseldorf begrüßen zu können.

Wann erfahren Besucher, wo sie welche Aussteller finden?

Geldermann: Ausstellerinformationen und Hallenpläne sind bereits auf der drupa Homepage verfügbar und unser Ticketshop ist online, damit Frühbucher schon jetzt ihre Messe- und Reiseplanung starten können. Auch die drupa App haben wir komplett neu aufgesetzt. Sie bietet Nutzern ein smartes Matchmaking-Tool: Algorithmen analysieren ihre Suchanfragen und Interessen und leiten daraus personalisierte Vorschläge zu weiteren Ausstellern ab, deren Produktportfolios zum jeweiligen Suchraster passen. Wir appellieren an unsere Aussteller, ihre Produktinformationen möglichst präzise zu übermitteln, damit dieses Tool sein ganzes Potenzial ausschöpfen kann. Daneben bietet die App einen interaktiven Hallenplan, der Besuchern den kürzesten Weg zu Ausstellern weist. Und auch unser Messe-Magazin drupa daily wird über die App abrufbar sein. Wir möchten gewährleisten, dass unsere Besucher die elf Messetage optimal planen und ihre Zeit effektiv nutzen können.

Auf welche Highlights können sich die drupa-Besucher freuen?

Geldermann: Im Rampenlicht stehen natürlich zuallererst unsere Aussteller. Auf Platz eins bei den Flächenbuchungen mit über 50.000 Quadratmetern liegen die Aussteller aus Deutschland, gefolgt von Italien mit über 16.000 Quadratmetern. Doch weil sich japanische Aussteller in der Mehrzahl aus Niederlassungen in Europa registrieren, spiegeln unsere Statistiken hier nicht das Gesamtbild wider: Ohne diesen Effekt liegen die aktuell 56 japanischen Aussteller mit imposanten 22.000 Quadratmetern auf Platz zwei. Neben den ausstellenden Unternehmen, deren Standplanungen absolute Highlights versprechen, haben wir selbst ein Rahmenprogramm konzeptioniert, das aktuelle Technologietrends aufgreift. Darunter unsere drei touchpoints und der Konferenzbereich drupa cube.    

Was verbirgt sich hinter den drupa touchpoints?

Geldermann: Wir planen die drei touchpoints als Sonderausstellungsbereiche mit unseren Industriepartnern und greifen hier besonders relevante Trendthemen auf. Zum einen haben wir den touchpoint packaging, der ein echtes Highlight der drupa 2020 setzen wird. Gemeinsam mit einem Steering Committee, in dem unter anderem globale Brand-Owner und namhafte Anbieter aus dem Packaging- und Printbereich mitwirken, entwickeln wir mit Talenten der NABA – Mailänder Akademie für Design in interaktiven Projekten Packaging-Lösungen der Zukunft. Dort werden wir absolute Unikate sehen, die noch nicht auf dem Markt sind. Es geht hier darum, globale Trends in visionäre Lösungen für die Packaging-Branche zu übersetzen. Einen weiteren Höhepunkt setzt der touchpoint 3D fab+print, den wir erstmals mit der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA realisieren. Hier können sich die Besucher auf ein sehr spannendes, inspirierendes und praxisrelevantes Vortragsprogramm sowie auf viele innovative Aussteller aus dem industriellen 3D-Druck freuen. Hinzu kommt ein neuer Hotspot: der drupa touchpoint textile, auf dem sich alles um Anwendungen im industriellen Textildruck und in den dynamischen Wachstumsbereichen Fashion und Interior Decoration dreht. Durch den Digitaldruck auf textilen Substraten tut sich hier enormes Potential auf. Diesen touchpoint setzen wir mit dem Deutschen Institut für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) um. Unter anderem ist eine vollvernetzte Prozesskette geplant. Die Digital Micro Factory Textile wird in Halle 4 das Potential vernetzter on demand Prozesse im Textilbereich aufzeigen.

Gibt es darüber hinaus wichtige Programmpunkte?

Geldermann: Unsere beiden Konferenzbereiche – größte Bühne ist der drupa cube in Halle 6, der in Keynotes, Fachvorträgen und Best-Practices den Wandel der Geschäftsmodelle im Zuge der digitalen Transformation thematisiert. Zudem bin ich gespannt auf unser Sonderforum drupa dna, das in unkonventionellem Rahmen Akteure zusammenbringt, die sich im Alltag nur selten treffen: Talente, Start-ups, Mittelständler und Konzerne können in produktiven Austausch treten und aus der DNA unserer Branche evolutionäre, innovative Ansätze entwickeln. Um den Teilnehmern komfortablen Zugang zu bieten, bauen wir die Halle in Eigenregie mit einem modularen Plug&Play-Standkonzept auf. So können die Teilnehmer ihre Ressourcen voll auf die inhaltliche Arbeit lenken.   

Zeichnen sich aus Ihrer Sicht schon Technologietrends ab?

Geldermann: Allem voran geht die Digitalisierung, aus der sich zentrale Trends der drupa 2020 ableiten. In Zukunftsworkshops mit der Industrie haben wir vier Megatrends identifiziert, die für unsere Branche besonders relevant sind: Artificial Intelligence, Platform Economy, Connected Customers und Circular Economy. Das konsequente Rückführen der Rohstoffe in Recyclingkreisläufe hat für Print- und Packaging-Anbieter höchste Relevanz. Weiter im Trend liegen der E-Commerce, on-Demand-Lösungen sowie die Transformation zur Industrie 4.0. Auch der Bereich Brand-Protection, also der Schutz vor Plagiaten, wird auf der drupa im Fokus stehen, weil Druck- und Veredelungstechnologien ein wichtiger Teil der Lösung sein können. Industrielle und funktionale Print-Anwendungen haben ebenfalls einen besonderen Stellenwert und bieten definitiv weiteres Wachstumspotential.

Warum sollte kein Fachbesucher die drupa 2020 verpassen?

Geldermann: Es ist weltweit einmalig, was unsere Aussteller an Qualität und Facettenreichtum bieten. Die drupa ist der Taktgeber unserer Branche. Viele Aussteller richten ihre Entwicklung am drupa-Turnus aus und präsentieren hier ihre wichtigsten Innovationen. Als Treffpunkt der globalen Community und als Trendbarometer dient die drupa als Epizentrum. Hier erfahren Unternehmen, welche Entwicklungen für ihre Märkte relevant sind und in welche Technologien sie investieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die drupa ist eine Messe der Superlative: technologisch innovativ, aber insbesondere auch hoch emotional. Unser Anspruch ist es, positive Visionen zu vermitteln, die unsere Besucher inspirieren – und die sie in ihrem Umfeld implementieren.