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(24.08.2026 / sbr)

Niederländischer Verpackungsdrucker Koninklijke Drukkerij De Vries schließt nach 152 Jahren

Der Verpackungsdrucker De Vries aus Sneek hat nach 152 Jahren die Produktion eingestellt. Für das Unternehmen als Ganzes fand sich kein Käufer. Allaoui Graphic Machinery, Spezialist für die Abwicklung von Druckereibetrieben, hat alle Anlagen erworben und bietet die gesamte Fabrik zum Verkauf an, darunter eine KBA-Offsetdruckmaschine sowie Weiterverarbeitungsanlagen von Bobst und MK Masterwork.

De Vries (Koninklijke Drukkerij De Vries Vouwkartonnage B.V.) begann 1874 als Druckerei im Norden der Niederlande. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Unternehmen zu einem führenden Faltschachtelhersteller für nationale und internationale Marken. 2016 erhielt das Unternehmen das niederländische Königsprädikat.

2021 investierte De Vries in eine Koenig & Bauer Rapida 7 Farben Druckmaschine mit Doppellackwerk. 2024 folgten Investitionen in die End-of-Line Automatisierung. Zum Ende des Jahres 2024 rutschte das Unternehmen jedoch in der Verlustzone. Der Umsatz fiel von 28,3 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 24,3 Millionen Euro im Jahr 2025, bei einem Verlust von 3,1 Millionen Euro.

Nach Angaben des Mehrheitsgesellschafters FB Oranjewoud Participaties, der 2018 die Kontrolle übernahm, führte eine Reorganisation im Jahr 2025 zu Problemen bei Qualität und Lieferzeiten. Kunden vergaben Aufträge anderweitig. Die Probleme wurden behoben, doch der Umsatz kam nicht zurück. De Vries beantragte am 15. Juni 2026 selbst das Insolvenzverfahren und wurde einen Tag später in Leeuwarden für insolvent erklärt.

Insolvenzverwalter Christian Geffroy von Dommerholt Advocaten führte den Betrieb bis zum 31. Juli weiter, um offene Aufträge auszuliefern und das Unternehmen für potentielle Käufer zusammenzuhalten. Trotz intensiver Verhandlungen mit mehreren Interessenten kam keine Einigung rechtzeitig zustande. Das Werk musste schließen und alle 98 Beschäftigten wurden entlassen.

„Es wurden intensive Anstrengungen unternommen, eine Fortführung zu ermöglichen, und es ist bedauerlich, dass dies nicht gelungen ist“, sagte Geffroy. „Als eine Fortführung sich nicht mehr als möglich erwies, stand die zügige Verwertung der Anlagen im Interesse der Gläubiger im Vordergrund. Allaoui konnte hier kurzfristig ein wettbewerbsfähiges Angebot für die gesamten Anlagen vorlegen.“

Die Anlagen kommen nun auf den Markt. Interessenten können sich unter https://www.allaoui.com/presale26 registrieren, um Zugang zur Anlagenliste zu erhalten. Zum Maschinenpark gehören laut Website eine 2021er KBA Rapida 106 Offsetdruckmaschine, eine Bobst Expertfold 110 A2, eine Bobst Visioncut 106 LER sowie diverse Stanzautomaten und Faltschachtelklebemaschinen.

Video-Werksrundgang: https://cdn.allaoui.de/2026/08/xxfatcsh4gui.mp4

Abbildungen: Allaoui Graphic Machinery