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(03.06.2026 / sbr)

BVDM: ver.dis 7-Prozent-Forderung wird der wirtschaftlichen Lage nicht gerecht

Die Gewerkschaft ver.di fordert für die Tarifrunde 2026 in der Druckindustrie eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 7 Prozent. Aus Sicht des Bundesverbandes Druck und Medien e. V. (BVDM) ist diese Forderung angesichts der wirtschaftlichen Lage der Branche nicht finanzierbar und geht an der Realität vorbei.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Dr. Klemens Berktold, Geschäftsführer der Funke Druckzentrum Niedersachsen GmbH, appelliert an die Gewerkschaft, mit Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein in die im Sommer beginnenden Tarifverhandlungen zu gehen. „Die Branche steht weiterhin unter erheblichem Druck, die Produktivität der Betriebe ist in den vergangenen Jahren in alarmierendem Ausmaß geradezu abgestürzt. Für viele Unternehmen ist es ein extremer Kraftakt, ihre Beschäftigten trotz anhaltend niedriger Auslastung und schwacher Auftragslage zu halten. Wir als Tarifpartner sollten den Betrieben das Leben dabei nicht noch schwerer machen,“ begründet Dr. Berktold die Ablehnung der von ver.di am 2. Juni 2026 veröffentlichten Forderung nach 7 Prozent mehr Lohn und Gehalt.

„Auftragsstrukturen ändern sich mit dem vermehrten Einsatz von KI, und die digitale Transformation schreitet voran. Es ist zudem ein alarmierendes Signal, dass die Produktion von Verlags- und Druckerzeugnissen zunehmend in das günstiger produzierende Ausland abwandert. Unverhältnismäßig hohe Lohnkostensteigerungen würden diese Entwicklungen weiter beschleunigen,“ so Dr. Berktold weiter.

Angesichts multipler weltweiter Konflikte sieht sich die Druckindustrie zudem mit anhaltenden Unsicherheiten in den Beschaffungs- und Absatzmärkten konfrontiert. Die Tarifpartner BVDM und ver.di müssen dieser schwierigen Lage Rechnung tragen. „Die von ver.di geforderte Lohnerhöhung ist schlicht nicht umsetzbar. Dennoch hoffen wir, dass uns gemeinsam ein sachorientierter Einstieg in die Tarifrunde gelingt und wir in konstruktiven Verhandlungen zu einem für beide Seiten tragbaren Tarifabschluss finden,“ so Dr. Berktold abschließend.

Die Tarifverhandlungen zwischen BVDM und ver.di beginnen am 06. Juli 2026 in Berlin. Bei einer Kündigung des Lohnabkommens zu Ende Juli 2026 herrscht bis Ende August 2026 Friedenspflicht. Arbeitskampfmaßnahmen wären damit frühestens ab September 2026 möglich.

Weitere Informationen zur Tarifrunde Druck 2026 mit Kennzahlen zur Branche und unseren Positionen finden Sie auf unser speziellen Themenseite zur Tarifrunde 2026.