Dauerhafte Lärmbelastung kann zu irreparablen Hörschäden, Stress und Konzentrationsproblemen führen. Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) erklärt, wie Unternehmen Beschäftigte aktiv schützen können. Ob in Produktionshallen, auf Baustellen, in Werkstätten oder Großraumbüros: Lärmbelastung wegen lauter Maschinen oder langer Telefonate von Kolleginnen und Kollegen gehört für viele Menschen zum Alltag. Oft nehmen sie die Geräuschkulisse gar nicht mehr bewusst wahr, weil sie ständig präsent ist.
Genau das macht Lärm zu einer oft unterschätzten Gesundheitsgefahr. Denn dauerhafte Lärmbelastung kann krank machen und unumkehrbare Folgen für das ganze Leben haben: Sie reichen von verminderter Konzentration und erhöhter Stressbelastung bis hin zu permanenten Hörschäden. Auch kurzzeitige, besonders laute Geräusche können das Gehör schädigen. Typische Beispiele sind Arbeiten mit Kreissägen, Trennschleifern oder anderen lärmintensiven Werkzeugen.
Hörschäden entstehen schleichend
Lärmschwerhörigkeit entwickelt sich meist allmählich und bleibt lange unbemerkt. Das Risiko entsteht vor allem durch die regelmäßige und langjährige Belastung. Betroffene merken häufig erst nach Jahren, dass sie bestimmte Frequenzen schlechter wahrnehmen oder Schwierigkeiten haben, Gesprächen zu folgen.
Fällt ein Hörschaden auf, ist es meist schon zu spät: Eine sogenannte Glatze im Ohr lässt sich nicht heilen. Die umgangssprachliche Metapher meint den dauerhaften Verlust von feinen Sinneshärchen (Haarzellen).
Die Folgen von Lärmschwerhörigkeit beschränken sich nicht auf das Hören selbst. Wer Gesprächen nicht mehr folgen kann oder andere mehrfach bitten muss, gerade Gesagtes zu wiederholen, zieht sich möglicherweise zunehmend aus sozialen Situationen zurück. Die Einschränkungen können sich damit auf die gesamte Lebensqualität auswirken.
Lärmschutz ist Führungsaufgabe
Mit Blick auf die potenziellen Folgen von Lärmbelastung sollten Beschäftigte das Risiko ernst nehmen. Unternehmen wiederum tun gut daran, Maßnahmen zu ergreifen, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirksam zu schützen.
Fünf Praxistipps für Unternehmen
Podcast mit Praxistipps
Wie sich Lärm im Arbeitsalltag auswirkt und welche Maßnahmen sich in einem Produktionsbetrieb bewährt haben, erläutert Matthias König in der aktuellen Folge des BG ETEM-Podcasts „Ganz sicher“. König ist Produktionsleiter, Sicherheitsbeauftragter und Mitglied im Arbeitsschutzausschuss bei Territory Smart Printing.
Der Podcast ist auf der Webseite der BG ETEM unter der Adresse www.bgetem.de/ganzsicher zu finden. Ebenso bei Spotify, YouTube Music, Deezer, RTL+, Pocket Casts sowie Apple Podcasts. Zur Folge „Jenseits der Stille: Lärm und seine Folgen“ geht es hier.