Im deutschen Mittelstand setzt sich die Umsatzstabilisierung im April fort – das belegen die Zahlen des aktuellen DATEV Mittelstandsindex. Der saison- und kalenderbereinigte Umsatzindex erreicht 98,4 Punkte. Damit liegt er zwar 0,2 Prozent unter dem Vormonat, im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich aber ein nominales Plus von 1,2 Prozent. Gleichzeitig steigen Löhne und Gehälter weiter, die Beschäftigung ist leicht rückläufig. Die moderate Umsatzbelebung wird vor allem von einzelnen Bereichen getragen. Mit einem Plus von 7,1 Prozent weist das Gastgewerbe den stärksten Umsatzzuwachs auf.
„Die nominalen Umsatzzuwächse im Mittelstand sind kein Signal für eine breite Erholung; die Wirtschaft verharrt in einer Seitwärtsbewegung“, sagt Prof. Dr. Robert Mayr, CEO der DATEV eG. „Zwar ist das Gastgewerbe seit Jahresbeginn erstmals ein Lichtblick, doch dieser Effekt relativiert sich angesichts der schwachen Vorjahresbasis.“ Sein Fazit: „Für eine echte Trendwende fehlt es weiterhin an branchenübergreifender Dynamik.“
Bei der Betrachtung der Umsätze im Gastgewerbe sind Sondereffekte zu berücksichtigen: Ein schwacher Vorjahresmonat sowie die derzeit geltende Mehrwertsteuersenkung wirken hier stützend. Den deutlichsten Umsatzrückgang verzeichnet im April das Baugewerbe mit minus 6,1 Prozent. Unterschiede zeigen sich zudem zwischen Unternehmensgrößen: Kleine Unternehmen steigern ihre Umsätze um 3,1 Prozent, während Kleinstunternehmen weiterhin unter Vorjahresniveau liegen.
Löhne nach wie vor in der Aufwärtsbewegung
Der Lohnindex steigt saison- und kalenderbereinigt auf 124,8 Punkte. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich ein Plus von 4,9 Prozent. Damit entwickeln sich die Löhne weiterhin deutlich oberhalb der allgemeinen Preisentwicklung. Besonders stark steigen sie im Gastgewerbe (+6,6 %). Regional verzeichnet Berlin mit +6,1 Prozent den höchsten Zuwachs.
Die Beschäftigungsentwicklung bleibt dagegen verhalten. Der saison- und kalenderbereinigte Beschäftigungsindex sinkt im Vorjahresvergleich um 0,2 Prozent. Vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen ist ein Beschäftigungsabbau zu beobachten. Mittlere Unternehmen verzeichnen mit minus 0,9 Prozent den stärksten Rückgang, während Kleinstunternehmen in geringem Maß sogar Personal aufbauen (+0,7 %). Auch bei der Beschäftigung zeigen sich regionale Unterschiede: Sachsen-Anhalt weist mit minus 1,8 Prozent den stärksten Rückgang auf. Schleswig-Holstein und Hessen liegen leicht über Vorjahresniveau.