NEWS

(20.03.2026 / sbr)

Gutenberg-Preis 2026 geht an Erik Spiekermann

Erik Spiekermann ist Gestalter und Typograf, Schriftgestalter, Unternehmer und Autor von internationalem Rang. Einige seiner Schriften, wie FF Meta oder ITC Officina, werden als moderne Klassiker angesehen. Bereits in den frühen Jahren des Internets setzte er mit seinem Unternehmen FontShop Maßstäbe für den weltweiten Online-Vertrieb von Schriftarten und prägte damit nachhaltig die Infrastruktur des digitalen Type-Designs. Neben seiner Tätigkeit als Schriftgestalter hat Erik Spiekermann mit seinen Firmen MetaDesign und EdenSpiekermann das Erscheinungsbild großer Unternehmen und öffentlicher Institutionen geprägt. Er entwickelte zudem Schriftlösungen für Verkehrssysteme und Medien. Seit vielen Jahren setzt er sich für die Erhaltung der Tradition des klassischen Bleisatzes und für den Buchdruck als einer wichtigen Grundlage der Typografie und Druckkunst ein.

Die Jury begründet ihre Entscheidung für Herrn Prof. Dr. Spiekermann damit, dass er als Vordenker in Sachen Verfügbarkeit von Schriften sowie als Inspirator von Generationen von Typedesignern – und selbst als ein bedeutender Typedesigner – in der Tradition Gutenbergs sowohl in der digitalen als auch in der physisch-haptischen Welt zuhause ist.

Der Präsident der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft in Mainz e.V. und Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase: „Wir freuen uns außerordentlich, dass nach Dr. Valentina Bochkovska mit Herrn Prof. Dr. Spiekermann ein herausragender Kopf und Pionier für prägende und stilbildende Schriften den Preis erhält. Als Designer und Gestalter arbeitet er international als „Maniac für Typographie“ und wird in seinem Bereich, der offset und digitalen Druck verbindet, als würdiger Nachfolger Johannes Gutenbergs geführt, da er mit seinem Pioniergeist die schwarze Kunst weiterentwickelt hat.“

Die Laudatio wird die ehemalige Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Verlegerin des Verlags Hermann Schmidt, Frau Karin Schmidt-Friderichs halten.

Hintergrund

Seit 125 Jahren fördert die Internationale Gutenberg-Gesellschaft die Erforschung der Geschichte des Druck- und Buchwesens, der Typografie und anderer schriftorientierter Medien und unterstützt ideell und materiell das Gutenberg-Museum Mainz. Zu ihren zentralen Publikationen gehört das Gutenberg-Jahrbuch, das weltweit zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Geschichte der Medien und der Druckkunst zählt. Seit 1968 vergibt sie gemeinsam mit der Stadt Mainz den Gutenberg-Preis für hervorragende künstlerische, technische und wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Druckkunst.

Die Preisverleihung findet am Samstag, den 20. Juni 2026 im Kurfürstlichen Schloss Mainz statt.

Abbildung: Dennis Letbetter