NEWS

(11/06/2026 / sbr)

CO₂-Fußabdruck von Papiertragetaschen erstmals erhoben

Erstmals liegen Daten zum CO₂-Fußabdruck von Papiertragetaschen in Europa vor. Die von der Plattform The Paper Bag beauftragte und von RISE Research Institutes of Sweden durchgeführte Studie ermittelt für drei typische Papiertragetaschen und Anwendungsbeispiele einen fossilen CO₂-Fußabdruck von 16,6 bis 82,9 g CO₂e pro Tasche – von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor. Einzelhändler und Markenunternehmen erhalten damit eine verlässliche Grundlage für fundierte Verpackungsentscheidungen.

„Verlässliche Daten zum CO₂-Fußabdruck werden immer wichtiger“, sagt Jan Lif, Generalsekretär von CEPI Eurokraft. „Sie zeigen Unternehmen, wo entlang ihrer Lieferketten Emissionen entstehen. Mit dieser Studie schaffen wir mehr Transparenz und legen einen Ausgangswert fest, an dem wir die Fortschritte unserer Branche künftig messen können.“ Untersucht wurden der fossile CO₂-Fußabdruck von maschinell einseitig geglättetem (MG) und maschinell geglättetem (MF) Kraftpapier für Papiertragetaschen sowie der Taschen selbst. Die Analyse erfasst die Emissionen von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zum Werkstor. Die Ergebnisse bilden die Markt- und Technologiesituation des Jahres 2024 ab.

Drei typische Papiertragetaschen untersucht

Die Studie betrachtet drei gängige Taschen aus Kraftpapier: eine kleine Take-away-Tasche ohne Henkel (20 g), eine mittelgroße Einkaufstasche mit gedrehten Henkeln (55 g) und eine große Einkaufstasche mit flachen Henkeln (100 g). Papiertragetaschen werden überwiegend aus Kraftpapier mit Frischfasern hergestellt, das Mitglieder von CEPI Eurokraft liefern. Taschen mit einem hohen Recyclingfaseranteil sind ebenfalls erhältlich, wurden in der Studie jedoch nicht berücksichtigt. Der berechnete fossile CO₂-Fußabdruck beträgt für die drei Taschen 16,6 g CO₂e, 45,6 g CO₂e beziehungsweise 82,9 g CO₂e.

Die Ergebnisse im Vergleich

Eine alltägliche Autofahrt macht die Größenordnungen anschaulich: Auf Grundlage der Emissionsdaten des Umweltbundesamtes (UBA) für 2024 entspricht der CO₂-Fußabdruck der kleinen, mittelgroßen und großen Papiertragetasche etwa 100, 280 beziehungsweise 500 Metern einer durchschnittlichen Pkw-Fahrt.1

Papierherstellung hat den größten Anteil

Mit rund 67 % entfällt der mit Abstand größte Teil des fossilen CO₂-Fußabdrucks von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor auf die Papierherstellung. Der übrige Anteil entsteht vor allem durch weitere eingesetzte Materialien wie Klebstoffe und Druckfarben, durch Strom in den Verarbeitungsbetrieben und durch den Transport des Papiers zu diesen Betrieben. „Neben ihrem CO₂-Fußabdruck ist auch wichtig, dass Papiertragetaschen aus einem erneuerbaren, biobasierten Material bestehen und recycelt werden können. So bleiben wertvolle Papierfasern im Kreislauf“, sagt Lif. „Wer Verpackungen verantwortungsvoll auswählt und nutzt, kann zu positiven Veränderungen beitragen.“

Ausführliche Informationen zur Studie sind in einem Factsheet zusammengefasst.

1 Umweltbundesamt (UBA), Vergleich der durchschnittlichen Emissionen verschiedener Verkehrsmittel im Personenverkehr, Bezugsjahr 2024; TREMOD 6.71B (10/2025).