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(07/23/2026 / sbr)

OutNature startet Bau einer Strohfaseranlage

Das Kreislaufwirtschaftsunternehmen PreZero setzt ein Zeichen für die europäische Ressourcensouveränität. Mit seiner Marke OutNature erschließt das Unternehmen Getreidestroh als Rohstoffquelle für die Papierherstellung. Im brandenburgischen Schwedt (Oder) beginnt nun die erste Realisierungsphase. Nach der Kooperationsverkündung zwischen OutNature und Leipa im September 2025 erfolgt der offizielle Startschuss mit einer Schlüsselübergabe.

OutNature investiert einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in den Aufbau einer innovativen Strohfaseranlage auf dem Gelände des Papierherstellers Leipa. Beide Partner nutzen den nachwachsenden Rohstoff als strategische Alternative für Frischholzfasern. Dies stärkt die Unabhängigkeit von Lieferketten und schont natürliche Ressourcen, die knapper werden.

Aufbau der Anlage startet

Leipa hat eine Bestandshalle auf ihrem Werksgelände instand gesetzt. Mit der Schlüsselübergabe beginnt nun offiziell der Aufbau der Anlage. Der Einzug markiert den Übergang in den physischen Aufbau. „Wir wandeln Ressourcen aus dem Einzugsgebiet unserer Anlage in strategische Rohstoffe für die Papierherstellung um“, erklärt Michail Ginsburg, Geschäftsführer von OutNature. „Das Projekt stärkt die Resilienz unserer Kunden nachhaltig. Agrarreststoffe dienen uns dabei als wertvolles Rohstoffdepot.“ Die Anlage nutzt ein thermomechanisches Aufschlussverfahren. Sie soll nach Fertigstellung ungefähr 7.000 Tonnen Strohfasern jährlich produzieren.

Ressourcenschonung ohne Flächenkonkurrenz

Ein Fokus der neuen Anlage liegt auf der Optimierung von Fasereigenschaften. Umfassende Untersuchungen im Rahmen der Produktentwicklung bestätigen das enorme Potenzial. Die Strohfasern weisen hervorragende Festigkeitswerte auf, die eine Aufwertung in Richtung Frischfaser-Eigenschaften ermöglichen. Damit sind sie eine starke Alternative zu Holzfasern. Stroh wächst jährlich in großen Mengen nach. Die Nutzung dieses Reststoffs optimiert die landwirtschaftliche Flächenproduktivität, ohne neue Anbauflächen zu beanspruchen. „Die Partnerschaft beweist unsere Innovationskraft in Schwedt“, sagt Antonio Bellante, CEO Leipa Group. „Wir transformieren die Papierindustrie durch neue Technologien.“

Beschaffung aus dem Umland senkt Emissionen

Das erste marktfähige Produkt LEIPA Synergy ist für Ende Q2/2027 geplant. Es dient als hochwertige Alternative für Kraftliner. Die Rezeptur kombiniert Strohfasern mit Recyclingfasern. Diese Mischung nutzt die Vorteile beider Produktwelten. Bewährtes Altpapier trifft auf die Stabilität von Agrarprodukten. OutNature nutzt dabei die landwirtschaftlichen Reststoffe effizient durch kaskadische Verwertung. Kurze Transportwege durch die Beschaffung des Strohs aus dem unmittelbaren Umkreis der Anlage sorgen dafür, dass sich transportbedingte CO2-Emissionen gezielt minimieren lassen. “Wir entfalten das Potenzial landwirtschaftlicher Nebenprodukte aus der Region. Davon profitieren die Kunden und die Umwelt gleichermaßen“, so Ginsburg. Das Strohpapier eignet sich ideal für Verpackungslösungen. Es kommt unter anderem bei Wellpappe-Verpackungen oder Displays zum Einsatz. Da Getreide jährlich angebaut wird, ist der Rohstoff Stroh in großen Mengen verfügbar. Markenherstellern ist es möglich, ihre Waren in Verpackungen zu präsentieren, die einen Beitrag zur Rohstoffdiversifizierung leisten und eine Alternative zu rein holzbasierten Papieren bieten. Dies schont wertvolle Ressourcen und lässt sich unter Beibehaltung der für diese Verpackungssegmente erforderlichen Qualitätsstandards einsetzen.

Über OutNature

OutNature, eine Marke des Umweltdienstleisters PreZero, ist Pionier in der Nutzung der Durchwachsenen Silphie als alternative Rohstoffquelle fu¨r die Papierindustrie. Der Faserspezialist ist der toMOORow-Initiative zur Moorwiedervernässung und Gewinnung von Paludi-Biomasse als weiteren nachwachsenden Rohstoff beigetreten. Neben Papier forschen die Experten von OutNature auch an zusätzlichen Einsatzgebieten fu¨r die Naturfasern.