Beim Bayerischen Druck- und Medientag 2026 in Lindau stellte die Mitgliederversammlung des Verbandes Druck und Medien Bayern den starken Zusammenhalt der Branche und die Wettbewerbsfähigkeit von Print in den Mittelpunkt – verbunden mit einem eindringlichen Appell an die Politik, endlich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern.
Die Mitgliederversammlung des Verbandes Druck und Medien Bayern (VDMB) im Rahmen des Bayerischen Druck- und Medientages 2026 stand ganz im Zeichen von Zusammenhalt, Zuversicht und dem gemeinsamen Einsatz für die Zukunft der Druck- und Medienbranche. Vor über 200 Teilnehmern in der Inselhalle Lindau machten der VDMB-Vorsitzende Matthias Manghofer und Hauptgeschäftsführer Holger Busch deutlich: Die Branche steht vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen – verfügt aber zugleich über starke Zukunftspotenziale.
In seiner ersten Mitgliederversammlung als Vorsitzender würdigte Matthias Manghofer den besonderen Zusammenhalt innerhalb des Verbandes und der Branche. „Auf zahlreichen Veranstaltungen und in vielen persönlichen Gesprächen der vergangenen Monate habe ich gespürt, wie stark unser Miteinander ist. Dieser Zusammenhalt ist eine der ganz großen Stärken unseres Verbandes“, so Manghofer.
Klarer Reformappell an die Politik
Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung zeichnete Manghofer ein realistisches Bild. Hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten, Bürokratie und ausbleibende Strukturreformen belasteten den Wirtschaftsstandort Deutschland erheblich. Zugleich richtete er einen klaren Appell an die Politik: Deutschland brauche jetzt entschlossene Reformen, um wieder auf Wachstumskurs zu kommen. „Überbrückt eure parteipolitischen Grabenkämpfe und bringt das Land endlich mit starken Reformen gemeinsam voran“, forderte Manghofer in Richtung Bundesregierung.
Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen setzte Manghofer bewusst auf Optimismus. Unter dem Leitgedanken #printpositive zeigte er auf, warum die Branche allen Grund habe, selbstbewusst in die Zukunft zu blicken: Print bleibe ein hochwirksames Kommunikationsmedium, profitiere von der Digitalisierung und sei vielfach nachhaltiger als häufig angenommen. Unternehmen der Druckindustrie hätten in den vergangenen Jahren ihre Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt – etwa durch Investitionen in Digitaldruck, Automatisierung, Web-to-Print-Lösungen und Künstliche Intelligenz.
Verband stärkt Unternehmen und Branchennachwuchs
Auch Holger Busch, Hauptgeschäftsführer des VDMB, zog eine positive Bilanz der Verbandsarbeit. Er hob insbesondere die Entwicklung des neuen Vorstands hervor, der jünger, weiblicher und fachlich breiter aufgestellt sei, sowie die erfolgreiche Einführung neuer Formate wie „VDMB vor Ort“, die den Austausch zwischen Verband und Mitgliedsunternehmen stärken. „Unser Verband lebt vom Engagement seiner Mitglieder. Mit neuen Formaten, einem starken Netzwerk und der Nähe zu den Unternehmen schaffen wir beste Voraussetzungen, um die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu meistern“, so Busch. Der VDMB setze seine bewährten Leistungen für die Mitgliedsunternehmen konsequent fort – von Aus- und Weiterbildung über Branchenmarketing und Nachwuchsgewinnung bis hin zu betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Beratung. Gerade angesichts wachsender regulatorischer Anforderungen gewinnen diese Angebote weiter an Bedeutung.
Starke Interessenvertretung für die Branche
Einen Einblick in die politische Interessenvertretung auf Bundes- und Europaebene gab Kirsten Hommelhoff, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Druck und Medien (BVDM). Sie machte deutlich, dass wirtschaftlicher Druck, technologische Transformation und zunehmende Regulierung die überwiegend mittelständisch geprägte Druck- und Medienindustrie vor große Herausforderungen stellen. Umso wichtiger sei eine starke Stimme für Print gegenüber Politik und Verwaltung. Der BVDM setze sich deshalb insbesondere für wettbewerbsfähige Energiepreise, den Abbau übermäßiger Bürokratie, praktikable gesetzliche Rahmenbedingungen sowie eine mittelstandsfreundliche Ausgestaltung europäischer Regulierung ein. Ein weiteres zentrales Anliegen bleibe die Fachkräftesicherung und die Stärkung der beruflichen Bildung als Grundlage für die Zukunftsfähigkeit der Branche.
Bayerischer Druck- und Medientag als Plattform für Austausch
Der Bayerische Druck- und Medientag gilt seit vielen Jahren als wichtigstes Branchentreffen der bayerischen Druck- und Medienwirtschaft. Am 18. und 19. Juni 2026 kamen in Lindau Unternehmerinnen und Unternehmer zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Perspektiven für die Zukunft der Branche zu entwickeln.
Die Mitgliederversammlung des Verbandes machte dabei deutlich: Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen blickt die bayerische Druck- und Medienbranche mit Zuversicht nach vorne – getragen von einer starken Gemeinschaft, hoher Innovationskraft und dem gemeinsamen Anspruch, die Zukunft von Print aktiv zu gestalten.