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(04/17/2026 / sbr)

InterPack

VDMA zeigt PPWR-konforme Verpackungskonzepte und digitale Lösungen

Auf der interpack 2026 vom 7. bis 13. Mai in Düsseldorf zeigt der VDMA gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Wissenschaft, Forschung und Industrie innovative Lösungen für eine nachhaltige, effiziente und digitalisierte Verpackungsindustrie. In der Technologie Lounge in Halle 4, Stand C54 stehen die drei Leitthemen der Messe „Smart Manufacturing“, „Innovative Materials“ und „Future Skills“ im Mittelpunkt.

Gezeigt werden PPWR-konforme und kreislauffähige Verpackungskonzepte, Technologien zur sicheren Verarbeitung von Rezyklaten, digitale Tools für Wissensmanagement und Qualitätsprüfung sowie Lösungen für Qualifizierung und Markenschutz. Ergänzt wird das Programm durch einen Lern- und Recyclingpfad sowie Workshops zur Kreislaufwirtschaft.

VDMA PPWR-Infopoint

Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) bringt ab 12. August 2026 neue Pflichten für Unternehmen, auch für den Maschinen- und Anlagenbau. Sie gilt für alle Verpackungen, die in der EU in Verkehr gebracht werden, unabhängig davon, ob sie im B2C- oder B2B-Bereich verwendet werden und aus welchem Material sie bestehen. Der VDMA informiert in seiner Technologie Lounge auf der interpack zu den Anforderungen der PPWR.

Fiber based packaging – Kreislauffähige Verpackungslösungen: faserbasiert, funktional, PPWR-konform

Pulpe Projekt: Alternative Werkstoffe für Getränkebehälter

Biobasiert, recycelbar, wiederverwendbar: Die Krones AG erforscht, wie alternative Verpackungen für Getränke mit bestehenden und neuen Maschinen kompatibel sind. Ein Beispiel für alternative Behälterwerkstoffe ist die Pulpe-Flasche.

Papure: Papierfügen ohne Fremdstoffe

Mit dem Fügeverfahren »Papure« des Fraunhofer IVV können 100 Prozent recycel- und kompostierbare und gleichzeitig 100 Prozent sicher gesiegelte Papierverpackungen hergestellt werden. »Papure« ermöglicht das Fügen von Papier ohne Fremdstoffe wie Kunststoffschichten oder Kleber. Dabei wird Papier mittels Laser vorbehandelt und anschließend mithilfe eines speziellen Wärmekontaktsiegelverfahrens gefügt.

TransMet: Transfermetallisierung zur Erzeugung von Barriereschichten

Das Fraunhofer IVV hat eine spezielle Transferfolie konzipiert, um ultradünne anorganische Barriereschichten auf Papier und biobasierten Folien aufbringen zu können. Mit einem indirekten Metallisierungsverfahren werden stabile, reproduzierbare Barriereeigenschaften auch auf unebenen Oberflächen ermöglicht. Das Verfahren ist mit bestehenden Anlagen kompatibel und erfordert keine hohen Investitionen.

Innovative faserbasierte Verpackungskonzepte

Das Fraunhofer IVV zeigt außerdem die Entwicklung neuer, faserbasierter und kreislauffähiger Verpackungen. Dazu zählen tiefgezogene Papierverpackungen mit funktionierender Barrierebeschichtung, sich autonom trennende Multimaterialverpackungen, alternative Verpackungskonzepte aus regionalen Moorpflanzen sowie Beutelverpackungen mit funktionalen Barrieren.

Recyclate based packaging – Rezyklate sicher verarbeiten: Technologien entlang des Stoffstroms

HIS: Sicheres, effizientes Siegeln von Monofolien

Das vom Fraunhofer IVV patentierte Hochgeschwindigkeits-Impulsschweißverfahren »HIS« zum zuverlässigen und effizienten Siegeln von Monofolien ermöglicht eine Energieeinsparung von bis zu 95 Prozent und kann auch für anspruchsvolle Anwendungen wie Hochgeschwindigkeitsprozessen oder temperatursensiblen Produkten und engen Prozessfenstern eingesetzt werden.

MoTIV: Verarbeitung von Rezyklaten und Prototyping

Mit der vom Fraunhofer IVV entwickelten Modellanlage für tiefgezogene Verpackungen »MoTiV« lassen sich Materialeigenschaften analysieren, Prozessparameter und Werkzeuge gezielt testen sowie Prototypen ab Stückzahl 1 realisieren.

Tiefziehfähige Barrierelacke

Die Barrierelacke des Fraunhofer IVV vereinen Produktschutz und Tiefziehfähigkeit in einem recyclingfähigen Monomaterial-Konzept – ohne Prozess- oder Qualitätseinbußen. Sie eignen sich für den sicheren und lebensmittelkonformen Einsatz von Rezyklaten in PP- und PET in tiefgezogenen Verpackungen.

Digitale Tools für die Haltbarkeitsprognose

Schon kleine Änderungen an Material, Folienstärke oder Design können Haltbarkeit und Produktqualität beeinflussen. Die digitalen Tools des Fraunhofer IVV liefern frühzeitig eine belastbare Entscheidungsgrundlage, indem sie Szenarien simulieren, noch bevor Materialien industriell produziert werden. So lassen sich Produktschutz und Kunststoffreduktion optimal ausbalancieren.

VERA: Energie- und Ressourcenerfassung

Das Datensystem »VERA« des Fraunhofer IVV erfasst Energie- und Ressourcenverbräuche sowie die Effizienz von Verarbeitungs- und Verpackungsanlagen. Das System verbindet Verbrauchsmessungen mit Betriebszuständen und liefert sekundengenaue Verbräuche pro Verpackung, Maschine oder Verfahrensschritt. So entstehen belastbare Realdaten für Nachhaltigkeitsberichte wie die CSRD und es zeigt klare Optimierungspotenziale.

Digitalization and Smart Packaging – Lösungen für digitales Wissensmanagement, automatisierte Qualitätsprüfung, VR-Schulung und fälschungssichere Produktidentifikation

Company Chatbot: Digitales Wissensmanagement

Ask your company’s chatbot! Das digitale Wissensmanagementsystem des Fraunhofer IVV sichert unternehmensinternes Spezialwissen und Experten-Erfahrungen langfristig durch systematische Erfassung mit ingenieurpsychologischen Methoden. Die Wissensbereitstellung erfolgt über ein Wiki mit integriertem Chatbot, der das interne Wissen allen Mitarbeitenden einfach zugänglich macht.

imageSAM: Digitale Produktionsassistenz

Mit dem vom Fraunhofer IVV entwickelten Bedienerassistenzsystem »imageSAM« können Unternehmen durchgängig ihre optische Qualitätsüberwachung und Dokumentation in der Produktion automatisieren. Damit lassen sich Abweichungen und Fehler im Produktionsprozess automatisch erkennen, Fehlerursachen identifizieren und mit digitalisiertem Anwendungswissen verknüpfen.

VR-Trainings für Produktionspersonal

Die virtuellen Trainings des Fraunhofer IVV qualifizieren Mitarbeitende praxisnah und unabhängig vom laufenden Betrieb. In der virtuellen Realität lassen sich Maschinenfunktionen, Prozesszusammenhänge sowie Störungsbeseitigungen zeitlich flexibel und abseits der Produktion trainieren.

SmartID: Digitaler Produktpass und Markenschutz in einem QR-Code vereint

Die Fraunhofer-Institute für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, für Sichere Informations-technologie SIT und für Angewandte Polymerforschung IAP stellen mit SmartID eine fälschungssichere Produktschutz-Lösung vor, mit der Hersteller und Händler jedes einzelne Produkt eindeutig identifizieren, Fälschungen jederzeit erkennen und ihre Marke nachhaltig schützen können. Durch die Kombination aus Oberflächen-Fingerabdruck und digitalem Produktpass erhalten Unternehmen volle Transparenz über ihre Lieferkette, reduzieren Reklamationskosten und verhindern Umsatz- und Reputationsverluste durch Plagiate. SmartID ist eine einfach integrierbare, ready-to-use Lösung für jede Druck- und Produktionsstraße.

Circular Economy through Circular Society – Kreislaufwirtschaft live erleben

CirQmind – Der Lern und Recyclingpfad zur Circular Economy

Die ITQ GmbH und die Gerda Stetter Stiftung stellen CirQmind vor, ein Projekt das Kreislaufwirtschaft, KI und MINT-Bildung verbindet. Gezeigt wird der Recyclingprozess von Plastikdeckeln bis zum Spritzgussprodukt sowie die AI Candy Machine als KI Demonstrator. Außerdem gibt es Workshops mit LEGO Mindstorms, Arduino und Recyclingstationen sowie Thementage zu KI und Kreislaufwirtschaft und ein Young Talents Day.