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(02/09/2026 / sbr)

„Warum Fördermillionen jährlich verschenkt werden“

Jährlich fließen in Deutschland Millionen Euro an Fördergeldern von Bund, Ländern und EU in Wirtschaftsförderprogramme – insbesondere für Energieeffizienz, um Klimaziele zu erreichen und Energiekosten zu senken. Doch Unternehmen „verschenken“ unfreiwillig einen erheblichen Teil dieser Mittel: Sie verpassen Fristen, müssen Gelder überraschend zurückzahlen oder lassen Potenziale gar komplett liegen.

Ein Beitrag von Marcel Riethmüller, Geschäftsführer der ecogreen GmbH & Co. KG.

Die Gründe reichen von Unwissenheit bis hin zu bürokratischen Hürden, aber es gibt klare Strategien, um das zu stoppen. „Viele Firmen übersehen Förderungen für Sanierungen, Lüftung- und Kälteanlagen oder Wärmepumpen, obwohl diese große Teile der Investitionskosten decken können“, weiß Marcel Riethmüller, Geschäftsführer der ecogreen GmbH & Co. KG. Eine YouGov-Umfrage im Auftrag von EPSA Deutschland zeigt, wie groß die Lücke ist: Nur 30 Prozent der Unternehmen nutzen Fördermittel systematisch, oft wegen Unwissenheit über Programme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) oder KfW-Zuschüsse. Zwölf Prozent haben sogar gar keinen Überblick.1 Hinzu kommt: Selbst wenn Förderprogramme bekannt sind, scheitert die Nutzung in der Praxis häufig an Kapazitäten. Bei vielen Unternehmen hierzulande fehlen entsprechende personelle und zeitliche Ressourcen, um Anträge für Energieaudits oder Modernisierungen zu stellen.

Bürokratie vs. Mittelstand

Bei der Förderlandschaft in Deutschland handelt es sich um einen scheinbaren Dschungel mit Hunderten Programmen auf Bundesebene plus Länder- und EU-Initiativen, jeweils mit spezifischen Bedingungen. Der Aufwand beginnt oft lange vor dem eigentlichen Vorhaben. Die Bearbeitung von Anträgen dauert nicht selten Monate, und besonders bei kleineren Unternehmen, die einen Großteil des deutschen Unternehmensbestands prägen, fehlt es an Ressourcen für die genaue Recherche und die formale Antragstellung. Bürokratie (38 Prozent der Hürden), Nachweispflichten (27 Prozent) und Wartezeiten (24 Prozent) schrecken ab.2 Fördergelder erfordern Eigenanteile, detaillierte Berichte und Nachhaltigkeitsnachweise. Der Fördermittelexperte weiß: „Egal, ob kleinere und mittlere Unternehmen oder große Konzerne – viele Betriebe geraten hier ins Hintertreffen.“ Jede verpasste Förderung, sei es beispielsweise für LED-Umrüstungen oder Dämmungen, schwächt langfristig die Wettbewerbsfähigkeit – gerade in Zeiten hoher Energiepreise und steigender Regulierung.

Strategien zur optimalen Nutzung

Fördermittel sind wie Puzzleteile, die früh in Investitionspläne integriert werden müssen. „Eine Bedarfsanalyse vor dem eigentlichen Projektbeginn prüft eine mögliche Förderfähigkeit und entsprechende Vorlaufzeiten, denn Anträge müssen in der Regel immer vor dem Maßnahmenstart gestellt werden, um eine sofortige Ablehnung wegen Formfehlern oder eines zu frühen Maßnahmenbeginns zu vermeiden“, so Riethmüller. Wer Förderlogik und Zeitachsen von Anfang an mitdenkt, kann Projekte verlässlicher kalkulieren und die Investitionslast deutlich senken. Professionelle Unterstützung hilft dabei, von Beginn an Kosten zu sparen und Ausgaben besser zu planen. Dazu gehört eine strukturierte Vorgehensweise: Dienstleister analysieren aktuelle und bewährte Fördertöpfe, erstellen Anträge im Namen des entsprechenden Unternehmens und überwachen die benötigten Nachweise. So können sich Konzerne und KMUs auch ohne eigene Expertise oder spezielle Zuständige im Unternehmen Fördermittel für ihre nachhaltigen Projekte sichern. Fördermittel sind kein Luxus, sondern ein strategisches Tool. Mit Planung und Expertise wird aus nachhaltigen Investitionen ein messbarer Beitrag zur Energiewende und ein klarer Wettbewerbsvorteil.

1 https://www.energie-und-management.de/nachrichten/detail/kaum-wissen-ueber-staatliche-foerdermittel-333982

2 Ebd.