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(02/05/2026 / sbr)

„Wirtschaft im Dialog“: Wie Deutschland wieder auf Wachstumskurs kommt

Wie kann Deutschland seine wirtschaftliche Stärke sichern, zukunftsfähig werden und wieder auf Wachstumskurs kommen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Wirtschaft im Dialog“, zu der die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) am Dienstag an ihrem Hauptsitz Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammengebracht hat. Mehr als 70 Entscheidungsträger der regionalen Wirtschaft und aus dem Unternehmen diskutierten intensiv. Zu den Gesprächspartnern zählten Dr. Carsten Linnemann, Generalsekretär der CDU, Christiane Staab, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg, CDU, sowie Dr. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

In seiner Begrüßung machte Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg, deutlich, dass viele Unternehmen die Rahmenbedingungen am Wirtschaftsstandort Deutschland aktuell als extrem herausfordernd empfinden. „Die deutsche Wirtschaft steht unter erheblichem Druck. Im internationalen Vergleich hohe Arbeitskosten und Energiepreise, eine komplexe Regulierung sowie bürokratische und langwierige Entscheidungen bremsen Investitionen und Innovationskraft. Insbesondere an unserem größten Standort in Wiesloch-Walldorf sehen wir uns mit diesen Herausforderungen konfrontiert. Wir haben unsere Strategie entwickelt, um diese zu meistern“, sagte Otto. „Der direkte Austausch zwischen Wirtschaft und Politik war sehr konstruktiv. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass aus den Unternehmen selbst die wesentliche Leistungssteigerung zur Erhöhung der globalen Wettbewerbsfähigkeit kommen muss. Das kann uns die Politik nicht abnehmen.“

In seinem Impulsvortrag zeichnete Dr. Carsten Linnemann ein klares Bild der aktuellen Lage: „Deutschland befindet sich wirtschaftlich in einer strukturellen Schwächephase. Unternehmen kämpfen nicht nur mit konjunkturellen Effekten, sondern mit grundsätzlichen Standortnachteilen, insbesondere bei Steuern und Sozialabgaben“, so Linnemann. „Wir brauchen wieder mehr Mut zu wirtschaftspolitischen Reformen – weniger Bürokratie, schnellere Verfahren und klare Anreize für Leistung und Investitionen.“

Auch Dr. Rainer Dulger mahnte in seinem Grußwort entschlossenes Handeln an: „Deutschland braucht jetzt einen Wirtschaftskanzler, der seine außenpolitische Stärke mit innenpolitischer Reformkraft verbindet. Unser Land verliert Tempo: Ein Sozialstaat voller Fehlanreize, eine erstickende Bürokratie und ein Arbeitszeitrecht aus der analogen Welt bremsen Wachstum und Beschäftigung. Arbeit muss sich wieder spürbar lohnen, Bildung verlässliche Qualität liefern und Europa bei Freihandel und Wettbewerbsfähigkeit vorangehen. Nur wenn wir jetzt konsequent umsteuern und den Fokus wieder auf Wertschöpfung, Leistung und Wachstum legen, sichern wir Wohlstand, soziale Stabilität und Zukunftsfähigkeit unseres Landes.“

Beim anschließenden Austausch diskutierten Dr. Carsten Linnemann, Christiane Staab und Dr. Dulger mit den anwesenden Wirtschaftsvertretern über drängende Themen wie Steuerlast, Sozialabgaben, Fachkräftesicherung, Energiepreise und Investitionshemmnisse. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der Schlüsselrolle des Mittelstands für Baden-Württemberg. Einig waren sich alle Beteiligten in der Forderung nach deutlich mehr Tempo bei politischen Entscheidungsprozessen.