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(29.01.2020 / sbr)

Die gesamte Prozesskette im Blick

Das 23. Anwenderforum – Additive Produktionstechnologien, das die Konradin Mediengruppe und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA am 3. März veranstalten, behandelt die gesamte Prozesskette der additiven Fertigung, beleuchtet Vor- und Nachteile verschiedener Verfahren und stellt aktuelle Trends vor.

Auf dem Schreibtisch von Mark Becker liegen Bauteile aus Edelstahl mit unterschiedlichsten Formen und Abmessungen: Manche erinnern entfernt an ein V oder ein U, andere sind länglich und nur wenige Millimeter stark, wieder andere sind Würfel mit eingedruckten Zahlen und Buchstaben oder feingliedrigen Gittern. Viele sind bis ins Detail perfekt gearbeitet, ein paar wenige weisen Fehler auf. „Testdrucke“, sagt Becker, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gruppe Additive Fertigungsverfahren für Thermoplaste am Fraunhofer IPA.

Der Forscher und seine Kollegen haben sich in den vergangenen Monaten mit der mehrstufigen Herstellung von Metallbauteilen beschäftigt. Hierbei haben sie das Fused Layer Modeling und anschließend eine Wärmebehandlung eingesetzt, um aus einem metallhaltigen Polymer Körper aus Edelstahl 316L entstehen zu lassen. „Was kosten solche Teile in der Herstellung? Wie komplex oder klein dürfen die Körper sein, die man damit fertigen kann? Wie groß ist der Volumenverlust im Entbinderofen, wo die Polymere verdampfen, und im Sinterofen, in dem sich der Edelstahl verdichtet? Wie fest sind die fertigen Bauteile? Welche Dichte haben sie? Das sind einige der Fragen, die wir mit unseren Versuchen geklärt haben“, sagt Becker. Neben dem Fused Layer Modeling können auch andere additive Fertigungsverfahren eingesetzt werden. Ihre jeweiligen Vorteile sind zum Beispiel hohe Baugeschwindigkeit oder Auflösung.

Anwenderforum bildet gesamte Prozesskette ab

Generell ist der 3D-Druck eine Produktionstechnologie, welche die Flexibilität in der Fertigung erhöht und die wirtschaftliche Herstellung von Kleinstserien und Einzelstücken ermöglicht. Doch welches additive Produktionsverfahren man am Ende wählt, welche Drucker und Öfen man anschafft oder ob man besser einen externen Dienstleister beauftragt – diese Fragen wollen wohlüberlegt sein. Orientierung gibt das 23. Anwenderforum – Additive Produktionstechnologie, welches das Fraunhofer IPA und die Konradin Mediengruppe am 3. März 2020 veranstalten. 

Die Themen, die Experten aus Wissenschaft und Industrie auf der Tagung beleuchten, orientieren sich an der gesamten Prozesskette der additiven Fertigung: von der Datenaufbereitung über das Materialhandling und dem Herstellungsprozess bis zur Nachbearbeitung und Qualitätssicherung von Bauteilen. Dabei kommen ganz verschiedene additive Produktionsverfahren mit ihren Vor- und Nachteilen zur Sprache – meist aus der Sicht erfahrener Anwender.

Führung durch Forschungslabors

Die ganztägige Veranstaltung richtet sich gleichermaßen an Einsteiger, die sich tiefere Einblicke in additive Produktionsverfahren verschaffen möchten sowie an professionelle Anwender, die sich über neue Trends informieren wollen oder Lösungen für eine konkrete Problemstellung suchen. In den Pausen und im Anschluss an die Vorträge besteht Gelegenheit, sich mit Wissenschaftlern und Unternehmensvertretern zu vernetzen. Außerdem gibt es Führungen durch die Labors, in denen die Stuttgarter Forscher verschiedene additive Produktionsverfahren untersuchen.

Anmeldung

Die Anmeldung zum 23. Anwenderforum – Additive Produktionstechnologie ist noch bis 21. Februar 2020 möglich: https://additive.industrie.de/additive-produktionstechnologie/.