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Rudolf Epple verstorben


Nach kurzer Krankheit ist Rudolf Epple am 20. Juli 2019 im Alter von 93 Jahren in Augsburg verstorben. Rudolf Epple war ab 1952 als Geschäftsführer der heutigen Epple Druckfarben AG maßgeblich am Aufstieg des Unternehmens beteiligt. Bis 2015 war der Unternehmer Mitglied des Aufsichtsrats der Epple Druckfarben AG. Weltweit arbeiten heute über 200 Mitarbeiter für die Epple Druckfarben AG, den nach eigener Aussage in Deutschland führenden und weltweit tätigen Anbieter von Bogenoffsetdruckfarben.


Rudolf Epple wurde am 08.11.1925 als Sohn des Fabrikanten Carl Epple und seiner Ehefrau Hadwig Epple in Radebeul bei Dresden geboren. Während seiner Schulzeit erlebte Rudolf Epple dort die Arbeit in der Farbenfabrik des Vaters hautnah mit. Die Flucht nach dem Krieg endete in Mittelberg im Allgäu. Er half seinem Vater bei der beginnenden Farbenfabrikation im Raum Bobingen vor den Toren Augsburgs, studierte Chemie sowohl in Köln als auch in Bonn und übernahm nach dem Tod seines Vaters Carl Epple 1952 gemeinsam mit seiner Schwester Karla Berz, geb. Epple, die Führung des Druckfarbenherstellers Epple. Der Umzug an den heutigen Unternehmensstandort Neusäß erfolgte 1956. Seine Schwester Karla war Rudolf Epple auch nach dem frühen Tod der Ehefrau, als junger Witwer mit zwei Kleinkindern, eine große Stütze.

Der Diplom-Chemiker Rudolf Epple, der u.a. bei Professor Burckhardt Helferich in Bonn studierte, erwarb zahlreiche Patente. Dazu zählt das 1968 angemeldete Patent für Bestäubungsmittel, die das Absetzen bei der Stapelung schwerer Kartonbogen verhindern. Epple Druckfarben expandierte und eröffnete bereits 1972 eine Niederlassung in Hettlingen, Schweiz. In den Neunzigern folgte die weitere Internationalisierung. Auch produkttechnisch stellte Rudolf Epple für die positive Entwicklung der Epple Druckfarben AG entscheidende Weichen. In seine Zeit der technischen Verantwortung fällt 1993 die wichtige Entwicklung und Markteinführung neuer mineralölfreier und damit umweltschonender Druckfarbengenerationen auf rein pflanzlicher Bindemittelbasis. Als Pionier im ökologischen Druck konnte sich Epple seither eine starke Marktposition erarbeiten, die bis heute Bestand hat. Seine Leidenschaft für die Druckfarbenherstellung und das Unternehmen seines Vaters war in der Fabrik in Neusäß stets spürbar. Im Jahr 2002 gab er die operative Führung ab und wechselte zusammen mit seiner Schwester in den Aufsichtsrat, aus dem er 2015 ausschied. Bis zu seinem Tod nahm er weiterhin mit großem Interesse an den Aufsichtsratssitzungen teil.

Rudolf Epple, der jeden Mitarbeiter beim Namen kannte, forderte und lebte hohe Arbeitsdisziplin bei tiefer Menschlichkeit im Arbeitsalltag. Mitarbeiter konnten bei der Integration oder bei persönlichen Problemen auf Rudolf Epple zählen. Er kümmerte sich eigenhändig um Belange von neuen Mitarbeitern, welche beispielsweise aus Vietnam nach Deutschland kamen. Diese wurden nicht nur bei der Wohnungssuche unterstützt, sondern haben auch einen persönlichen Deutschkurs bei Herrn Epple erhalten.

Zuweilen unterstützte Rudolf Epple die Kollegen auch auf unkonventionelle Weise. So fuhr er, der sich stets sehr für Medizin interessierte und die Alternativmedizin schätzte, schmerzgeplagte Mitarbeiter zur bestmöglichen medizinischen Versorgung einige Male zu einem „Orthopäden“ ins Allgäu. Rudolf Epple hatte für sein Wohlbefinden bereits in den Fünfziger Jahren Yoga für sich entdeckt und entsprechende Tipps gab er gerne an Mitarbeiter mit Rückenleiden weiter.

Privat war Rudolf Epple ein leidenschaftlicher Ski- und Autofahrer. Auch leibhaftige Pferdestärken zählte er bereits seit Jugendjahren zu seinen Leidenschaften. Auf dem Betriebsgelände in Neusäß grasten bis zu drei eigene Pferde von Rudolf Epple. Sein Lieblingspferd Lady hatte er von seiner Mutter zu seinem 18. Geburtstag geschenkt bekommen. Ein Begriff ist vielen Kollegen auch der daraus hervorgegangene Hengst Lotus, der unter den Mitarbeitern nur „Bobbi“ hieß.

Themen, die Rudolf Epple enorm vorangetrieben hat, sind gegenwärtig bedeutender denn je zuvor: Das Portfolio an Ökofarben von Epple hat zuletzt enorm an Breite und Bedeutung gewonnen. Ein in den vergangenen Jahren erweitertes globales Netzwerk aus Niederlassungen und Vertriebspartnern versorgt die Druckereien schnell und weltweit mit Epple Druckfarben.

Die Unternehmerfamilie Epple ist heute operativ mit Dr. Carl Epple als Mitglied des Vorstands und Verantwortlicher für Innovation und Entwicklung in der Epple Druckfarben AG präsent. Zusammen mit seinem Vorstandskollegen Gunther Gerlach, verantwortlich für Vertrieb, Finanzen und Produktion, führt er die Epple Druckfarben AG im Sinne seines Vaters, begleitet von seinem Cousin Michael Berz als Vorsitzenden des Aufsichtsrats, fort.

Das aufrichtige Mitgefühl von Aufsichtsrat, Vorstand, Belegschaft und Betriebsrat gilt seiner Familie.

sbr / 26.07.2019