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„Wir haben in Sicherheit investiert“


Nur mit Flugzeugen, die auch fliegen, wird Geld verdient. Ähnlich ist das mit Systemen im Versandraum. Um diese weiter in höchster Verfügbarkeit zu halten, hat die Mediengruppe Pressedruck aus Augsburg im vergangenen Jahr in neue Hard- und Software investiert. Sie vertraut bereits seit den 1950er Jahren auf die Technik von Ferag und ist damit einer der ältesten Anwender.


Die Mediengruppe Pressedruck verlegt die Augsburger Allgemeine, die mit ihren Heimatzeitungen und zusammen mit der Allgäuer Zeitung eine verbreitete Auflage von 303.902 Exemplaren (IVW, I/2019, inklusive e-paper) und 770.000 Leser (MA 2018) ausweist. Damit ist sie die nach eigenen Angaben zweitgrößte regionale Tageszeitung in Deutschland. Zur Mediengruppe Pressedruck gehören auch die Mediengruppe Main-Post (seit 2011) und das Südkurier Medienhaus. Mit rund 665.000 verkauften Zeitungen und rund 1,7 Mio. Lesern pro Tag ist die Mediengruppe Pressedruck das siebtgrößte Zeitungshaus Deutschlands. Sie beschäftigt derzeit rund 4.000 Mitarbeiter.

Die Weiterverarbeitung im Augsburger Druckhaus wird durch die Firma pd-printservice GmbH betrieben – einer hundertprozentigen Tochterfirma der Mediengruppe.

Die Herausforderung

Die pd-printserice GmbH hatte 2010 in eine Zusammentraglinie mit der Einstecktrommel EasySert von Ferag investiert. Bereits etwa ein bis zwei Jahre zuvor waren durch die Mediengruppe Pressedruck zudem vier Weiterverarbeitungslinien mit MultiSertDrum-Einstecktrommeln der Ferag installiert worden. Die Weiterverarbeitungslinien haben je 12 Beilagenanleger und drei VP-Stationen, die EasySert verfügt über 32 Anleger.

Viel komplexe Technik also und nach zehn Jahren Laufzeit „war das Risiko, einen Ausfall zu haben, recht hoch“, so beurteilt Robert Scheuffelhut, stellvertretender Gesamtleiter Technik bei der Mediengruppe Pressedruck, die Ausgangslage. Und da man im Druckhaus weiterhin die Verfügbarkeit der Systeme auf einem höchstmöglichen Niveau halten wollte, hat man sich im Herbst 2017 für ein Retrofit der bestehenden Anlagen im Blick auf die Steuerungselektronik und die Software entschieden.

Die neuen Lösungen

Alle Softwaremodule wurden durch Ferag zunächst vorinstalliert und in einem nächsten Schritt das Hardware Equipment nach Augsburg geliefert. Die große Herausforderung bestand darin, dass die Server vor Ort im Parallellauf arbeiteten. „Wir mussten von unserer Seite aus sicherstellen, dass die ganzen Daten, die aus Vorsystemen wie z.B. SAP bereitgestellt werden, dann auch auf beiden Servern funktionieren“ – so Herr Scheuffelhut.

Bereits in der Planungsphase hatte sich herausgestellt, dass die vorhandene veraltete Software auf der neuen Hardware nicht mehr lauffähig ist. Die Folge: der Tausch der gesamten Software, das Update aller Geräte auf Windows 10 sowie schließlich auch der Austausch der Liniensteuerungen.

„Wir haben ganz klar in Sicherheit investiert“ betont Herr Scheuffelhut. Außerdem haben die Augsburger bei diesem ganzen Umbau auch ein zusätzliches Softwarepaket gekauft: Der „Optimizer“ von Ferag, mit dem die Direktverteilungs-Aufträge geplant werden und der auf der EasySert-Anlage zum Einsatz kommt. In der Vergangenheit war eine andere Software im Einsatz, die, so Herr Scheuffelhut, „damals eine rudimentäre Unterstützung gebracht, aber eigentlich nur die Handarbeit eines Mitarbeiters unterstützt hat“.

Der Optimizer ist ein Navigator-Erweiterungsmodul, das die optimale Anlegerbelegung optimiert und die Anzahl der Beilagenwechsel an den Anlegern prognostiziert. Der ganze Umbau hat schließlich etwa vier Monate gedauert und fand während der laufenden Produktion, aber nur zwischen Samstag und Sonntag, statt.

Der Status Quo

„Eigentlich können die neuen Lösungen genau das Gleiche wie vorher“ fasst Robert Scheuffelhut zusammen und fügt an: „Aber wir haben jetzt wieder ein stabiles und zuverlässiges System für die nächsten sechs bis acht Jahre.“ Außerdem konnten sie mit den neuen Lösungen einige alte Probleme lösen.

sbr / 02.07.2019