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Vielseitiger Arbeitserleichterer bei Heynen


Hohe Produktivität im Abpacken nahezu aller Faltschachtelarten und signifikante Arbeitserleichterung für die Mitarbeiterinnen – mit einer Abpackanlage Ergosa des kanadischen Herstellers Impack schöpft die Heynen GmbH & Co. Kartonagenfabrik KG mit Sitz in Kleve / Deutschland die Möglichkeiten innovativer Technik am Ende ihrer neuesten Faltschachtel-Klebemaschine konsequent aus.


"Wir müssen in unserer Flexibilität produktiv und effizient bleiben. Gleichzeitig verbessern wir mit neuer Technik kontinuierlich die Ergonomie an unseren Arbeitsplätzen. An diesen Zielen orientieren wir unsere Investitionen, wobei wir stets Zahlen, Daten und Fakten sprechen lassen", formuliert Geschäftsführer Joachim Gimpel-Henning einen Eckpfeiler der Philosophie des Unternehmens. Im Vergleich zu großen Wettbewerbern, die europa- oder weltweit agieren, sei der traditionsreiche Verpackungshersteller ein kleiner Spieler. Aber deshalb erheblich flexibler. "Wir reagieren schnell auf die Wünsche und Anforderungen unserer Kunden – neben hoher Produktqualität und Zuverlässigkeit ein Hauptgrund, weshalb unser Unternehmen mit Bestands- und Neukunden kontinuierlich wächst."

Tiernahrung, Pizza-Verpackungen, Blumen, Ersatzteile, Reinigungsmittel, Schuhe, saisonale Artikel wie Weihnachtskalender und etliche andere Waren – die Kunden beziehen von Heynen praktisch sämtliche Faltschachtelvarianten. Entsprechend flexibel muss das Unternehmen auch im Abpacken sein. "Für unsere neueste Faltschachtel-Klebemaschine haben wir eine Abpackanlage gesucht, mit der wir die Produktivität und Flexibilität der Klebemaschine bei hoher Zuverlässigkeit ausschöpfen können", blickt Druckerei- und Kleberei-Leiter Karl-Heinz Souvignier in den Herbst 2017 zurück. Seinerzeit entschied man bei Heynen, die Klebemaschine mit einem Universal-Abpacker Ergosa des kanadischen Herstellers Impack auszustatten. Das Abpacken sollte nicht zum Flaschenhals der Produktion werden. Die modular aufgebaute und in hohem Maße individuell konfigurierbare Impack-Anlage bietet die Flexibilität halbautomatischer Abpacksysteme, nähert sich von ihrer Leistungsfähigkeit her aber der Produktivität vollautomatischer Lösungen an. Eine solche kam für Heynen angesichts des breiten Spektrums der herzustellenden Faltschachtelarten nicht in Frage. Zugleich waren kürzeste Rüst- und Umbauzeiten gefragt, da Heynen im Faltschachtelkleben vergleichsweise oft umrüstet.

Körperlich entlastetes Abpacken

Vor allem auch eine Entlastung und damit die Gesundheit seiner Mitarbeiter im Abpackprozess lagen dem Unternehmen am Herzen. "Je schneller wir die Klebemaschine laufen lassen, desto mehr Gewicht muss am Ende der Linie bewegt werden", erklärt Gimpel-Henning. Heynen verarbeitet überwiegend Vollpappe. Pro Palette Faltschachtelkarton beträgt das Gewicht gut 400 kg. Bei zehn Paletten pro Schicht also vier Tonnen.

Die Impack-Anlage besteht bei Heynen aus einem Drehmodul IN2B für das Rechts- und Linksdrehen aller Schachtelarten, dem Hauptförderband mit Umkistenauswurf, einem Perpack-Schiebemodul und einem Kartonverschließer. Die Mitarbeiter legen aufgerichtete Umkartons in den Perpack ein, der die Laschen so festhält, dass sie beim Befüllen der Kartons nicht im Wege sind. Anschließend trennen die Mitarbeiter aus den langsam in die Anlage hineinfließenden Schachtelströmen jeweils Stangen mit der in die Umkartons passenden Zahl an Faltschachteln ab, ziehen diese mit beiden Händen in den Schieber vor den Perpack und lassen die Stangen in die offenen Kartons hineingleiten. Das funktioniert mit dem Schieber in einem Rutsch und ohne große körperliche Anstrengung. Kaum sind die Kartons gefüllt, kippt das Förderbandmodul des Perpack von der vertikalen in eine horizontale Position. Damit ist der Weg für die Kartons zur Verschließmaschine frei.

Der gesamte Vorgang beansprucht nur wenige Augenblicke und wirkt völlig leicht. Von Hektik keine Spur. Die Mitarbeiter müssen die Faltschachteln weder heben noch mit Drehbewegungen in Umkartons einlegen. Gimpel-Henning: "Wir haben den Stress und die körperliche Belastung für unsere Abpacker auf ein Minimum verringert. Dennoch erreichen wir einen höheren Durchsatz." Es kann Zufall sein, aber bei Heynen ist die Zahl der Krankentage seit der Inbetriebnahme der Ergosa-Anlage deutlich zurückgegangen.

Hinzu kommt das einfache Rüsten der Anlage, die flexibel angepasst werden kann. Finden Auftragswechsel innerhalb gleicher Macharten statt, werden an der Ergosa meist lediglich die Formate der Schachteln und der Umkartons neu eingestellt. Folgt auf eine Längsnaht- zum Beispiel eine Automatikbodenschachtel, rüsten die Mitarbeiter in aller Regel auch das Drehmodul IN2B um. "Wir bewegen uns beim Einstellen der Ergosa-Anlage zwischen fünf bis maximal 20 Minuten", so Souvignier.

Um im Faltschachtelkleben höchste Effizienz sicherzustellen, hat Heynen den Prozess standardisiert. Ein "Logbuch" dokumentiert anhand von Bildern, wie die Klebemaschinen und die Ergosa-Anlage für verschiedene Auftragsarten einzustellen sind. Zum Beispiel enthält es Vorgaben, wie bestimmte Schachtelarten mit dem Drehmodul IN2B zu drehen sind, um optimal in die Umkartons verpackt werden zu können. Mit seiner Flexibilität bietet das IN2B hier meist verschiedene Möglichkeiten. In der Praxis hat sich aber in aller Regel eine dieser Möglichkeiten optimal bewährt.

Das Ziel, die hohe Produktivität der neuen Klebemaschine auslasten zu können, ohne die Mitarbeiter beim Abpacken stärker zu belasten, wurde erreicht. Souvignier: "Zum Beispiel bei Längsnahtschachteln können wir die Klebemaschine seit der Inbetriebnahme der Ergosa-Anlage um bis zu 40 % schneller laufen lassen." Gerade bei kritischen Schachteln sei die Laufgeschwindigkeit heute signifikant höher. Installiert wurde die Anlage Anfang 2018. Die Produktion konnte mit ihr praktisch aus dem Stand heraus aufgenommen werden – wobei ein Instruktor von Impack dem Verpackungshersteller noch etwa eine Woche zur Seite stand, um den Mitarbeitern die volle Breite der Möglichkeiten der Anlage aufzuzeigen.

sbr / 19.02.2019