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Umzug der Weiterverarbeitungstechnik


Der Schweizer Zeitungsmarkt ist seit einigen Jahren in stetiger Bewegung. Nach dem Entscheid der Ringier AG, ihre Zeitungsdruckerei in Adligenswil bei Luzern per Ende 2018 zu schließen, werden die dort produzierten Aufträge in andere Druckereien verlagert – der "Blick" und die "Luzerner Zeitung" beispielsweise ins Druckzentrum Zürich. Mit den Aufträgen zog auch ein Teil der Ferag-Technik an den neuen Standort um.


Die zur Tamedia AG gehörende DZZ Druckzentrum Zürich AG ist eigenen Angaben zufolge der größte Produktionsstandort für Tageszeitungen in der Schweiz. Auf dreifach-breiten Rotationen werden zum Beispiel der "Tages-Anzeiger" und die "Neue Zürcher Zeitung" gedruckt. Zu den jüngst akquirierten Druckaufträgen gehören die rund 160.000 Exemplare der Boulevard-Zeitung "Blick" sowie die von der CH Media verlegte "Luzerner Zeitung" mit ihren fünf Regionalausgaben, die an sechs Wochentagen mit jeweils knapp 118.000 Exemplaren produziert wird.

Bei Ringier Print Adligenswil (RPA) war Weiterverarbeitungstechnik der Ferag aus dem Jahr 2008 installiert, die sich aber hinsichtlich der Maschinensteuerung bereits auf einem aktuelleren technischen Stand befand. Grund genug für das Druckzentrum Zürich, drei der fünf Versandraumlinien aus Adligenswil zu erwerben um damit die eigene Produktionstechnik für die erhöhten Kapazitätsanforderungen fit zu machen und die zeitgemäßen technischen Voraussetzungen für die kommenden Jahre zu schaffen.

Versandraumlinien leistungsfähiger gemacht

Wesentliche Teile der erworbenen Versandraumlinien wurden zwischen August und Ende November 2018 in Adligenswil demontiert und durch die Ferag an den neuen Einsatzort umgezogen. Es handelt sich um Komponenten für das Sammeln von Beilagen (RollStream mit JetFeeder), Teile der Wickeltechnik sowie vor allem um Paketier- und Adressiertechnik.

Stefan Abbt, stellv. Geschäftsführer und Leiter der Zeitungsproduktion des DZZ: "Im wesentlichen ging es darum, aus den erworbenen drei Linien alles das bei uns einzubauen, was unsere Technik auf den zwei Verarbeitungslinien für Blick und Luzerner Zeitung aktualisiert oder leistungsfähiger macht." So können jetzt jeweils acht statt sechs Beilagen gesammelt und eingesteckt werden – drei automatisiert von MultiDisc Abwickelstationen und fünf über eine RollStream. Ergänzt wurden auch insgesamt acht Kreuzleger MultiStack sowie die Adressiertechnik.

Eine Besonderheit im DZZ ist die – durch eine zusätzliche Abwickelstation geschaffene – Möglichkeit, zeitgleich drei Produktionsarten zu fahren: es können sowohl Zeitungsexemplare mit eingesteckten Beilagen wie auch (in einer separaten Kette) Exemplare ohne Beilagen adressiert werden und zusammen mit weiteren Zeitungen direkt ab der Rotation auf eine gemeinsame Linie mit fünf MultiStack Kreuzlegern übergeben werden.

Nicht getauscht hat das DZZ seine MSD-Einstecktrommeln, die im Gegensatz zur RPA-Technik Einsteckprodukte bis 1 kg Gewicht verarbeiten kann. Diese MSD Einstecktrommel wurde entsprechend mit einem Retrofit auf die neueste Steuerungstechnik ausgebaut – im DZZ ist man es seit Jahren gewohnt, unterschiedliche Technik-Generation mit Unterstützung der Ferag aufeinander abzustimmen.

Produktionslücken für den Umbau genutzt

Nachdem das Druckzentrum Zürich und die Ferag vor Projektbeginn diese optimale Zusammensetzung der Versandraumtechnik aus Bestands-Modulen des DZZ und der neu erworbenen RPA-Technik festgelegt hatten, begann der Umzug an die Züricher Bubenbergstrasse – sukzessive und parallel zum Umzug der bislang in Adligenswil produzierten Zeitungstitel. Sobald Produktionsmodule nicht mehr benötigt wurden und sich die passenden Produktions-"Lücken" ergaben, hatte Ferag sie nach Zürich gebracht. Dasselbe galt im dortigen Druckzentrum, wo ohne jede Produktionsunterbrechung die neue Technik angebunden werden konnte. Stefan Abbt: "Es war ein enger Zeitplan, der aber von allen Beteiligten eingehalten wurde."

Nachdem der Blick bereits seit dem 1. November komplett aus Zürich geliefert wird, wurde in der Nacht zum 30. November 2018 auch die Luzerner Zeitung erstmals auf den neu gestalteten Versandraumlinien produziert – auf Anhieb problemlos und zur Zufriedenheit aller Beteiligten.

sbr / 07.01.2019