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Mit neuer Ferag-Technik in die Zukunft


Die Styria Media Group AG ist Österreichs drittgrößter Medienkonzern und erfolgreich auf allen Medienkanälen unterwegs. Das Thema Printproduktion wird durch die Styria sehr offensiv angegangen. Man will in diesem Segment noch wachsen. Deshalb investiert die Unternehmensgruppe aktuell 30 Mio. Euro in neue Produktionstechnik – um den Wünschen des Marktes besser gerecht werden zu können. Das Invest umfasst auch drei komplette Ferag-Weiterverarbeitungslinien an zwei Standorten.


Das wichtigste Printprodukt der Styria ist die "Kleine Zeitung" – eine der erfolgreichsten Regional-Zeitungen Österreichs, von der über 300.000 Exemplare an sieben Tagen der Woche gedruckt werden. Aus den beiden Druckstandorten Graz und St. Veit (bei Klagenfurt) wird die Bevölkerung in den Bundesländern Steiermark und Kärnten mit Informationen aller Art versorgt.

Der Name des Blattes ist dabei keineswegs dem handlichen Format von 225 x 300 mm geschuldet sondern dem Ziel bei seiner Gründung im Jahr 1904, nämlich ein Blatt für die "kleinen Leute" auf den Markt zu bringen. Bis heute lautet das Erfolgrezept: größtmögliche Nähe zu den Lesern. Auch Christian Wilms, einer von zwei Geschäftsführern der beiden Druckbetriebe Druck Styria und Druck Carinthia ("Styria Print Group"), lobt das Gespür des Verlages für sein Publikum und die erfolgreiche Arbeit der Marketingabteilung. Sie sorgen für eine ausgesprochen stabile Auflage, die zu über 90 Prozent im Abonnement vertrieben wird – an allen Wochentagen einschliesslich Sonntag. Wilms: "Einen Frühstückstisch ohne 'Kleine Zeitung' kann man sich im Südosten Österreichs eigentlich nicht vorstellen."

Diese hohe Marktdurchdringung sowie der Erfolg der Marke über alle Verbreitungskanäle und insbesondere als Printprodukt haben der Styria den nötigen Rückhalt gegeben, 2017 die Investition von 30 Mio. Euro in neue Produktionstechnik bekanntzugeben. Unter anderem wurden gleich drei komplette neue Versandraumlinien bei der Ferag bestellt. Sie ersetzen ältere Ferag-Technik, die in Graz und St. Veit seit 2002 erfolgreich im Einsatz war.

"Druck und Digital ergänzen sich"

Ohne eine klare Strategie hätte man das Projekt allerdings nie in Angriff genommen. Und diese Strategie heißt für die beiden österreichischen Druckbetriebe: Wachstum. Wachsen will man dabei mit Produkten aus den eigenen Verlagen wie auch mit externen Aufträgen. Bei der Bekanntgabe der Investition im Mai 2017 hatte Kurt Kribitz als ressortzuständiger Vorstand erklärt: "Für die Styria bedeutet dieser Schritt ein klares Bekenntnis, dass wir den Erfolg aller Printprodukte auch weiter unterstützen. [...] Druck und Digital schliessen sich für uns nicht gegenseitig aus. Im Gegenteil: Sie sind einander eine erfolgsversprechende Ergänzung."

Wie nahezu jeder Zeitungsdrucker weltweit sah sich die Styria mit immer mehr Unwägbarkeiten hinsichtlich ihrer Produktionstechnik konfrontiert. Zudem stellte man in Graz fest, dass die derzeitigen technischen Möglichkeiten nicht mehr dem entsprechen, was sich der Markt und die Verkäufer des eigenen Verlags wünschen. Bei der 16 Jahre alten Technik im Versandraum lief zum Beispiel die komplette Beilagenversorgung bis vor kurzem über Handanlage-Stationen. An all dem hätte ein Steuerungs-Retrofit und die reine Überholung der Mechanik nichts geändert.

Diese technischen Gegebenheiten waren zunächst von Arbeitsgruppen durchleuchtet worden, deren Empfehlungen dann die Styria-Konzernspitze  gegen die Wünsche des Marktes und die ökonomischen Möglichkeiten abwägen musste. Heraus kam ein neues Konzept, das dort, wo es sinnvoll erscheint, auf revidierte Technik baut, im wesentlichen aber Neuinvestition bedeutete.

Beilagengeschäft immer wichtiger

Während die Kleine Zeitung mit etwa 230.000 Exemplaren in Graz und 110.000 Exemplaren in Klagenfurt die täglichen Grundauslastung bildet, werden durch die beiden Zeitungsproduktionsbetriebe der Styria Print Group zahlreiche weitere Produkte – wie etwa die Wochenblätter des Joint Ventures "Regional Medien Austria" (gemeinsam mit der Innsbrucker Moser Holding) oder die verlagseigene Wochenzeitung "Die Furche" – produziert. Außerdem nutzen eine Reihe unabhängiger Lokalblatt-Verleger die Kapazitäten für teils wöchentlich, teils 14-tägig oder auch nur monatlich erscheinende Printmedien. Die Aktivitäten der Styria Print Group machen zudem nicht vor Objekten halt, die bei Dritten produziert werden. Bereits heute gibt es neben der eigenen Druckerei bei "Druck Styria" auch das Businessfeld "Kompetenzzentrum Druck", in dem die Printexperten als Produktionsagentur auftreten.

Die neue Druckmaschine in Graz konnte schnell eingebracht und installiert werden, weil auf dem Betriebsgelände die bis 2002 genutzte Druckhalle reaktiviert werden konnte. Sowohl die seinerzeit großzügig geplanten Fundamente wie auch die Kanäle für die Transportketten-Führungen werden nun wieder genutzt. Dass diese UTR-Einzeltransporteure zu komplett neuen Versandraumsystemen der Ferag führen, hat mit dem immer wichtiger werdenden Beilagengeschäft zu tun. Die Kleine Zeitung erscheint in der Steiermark mit zwölf, in Kärnten mit sieben Lokalausgaben. Jede kann man selbstverständlich separat auch mit Beilagen belegen.

Die neuen Weiterverarbeitungslinien – zwei in Graz, eine in St. Veit – verfügen nicht nur über Ferag RollStream-Zusammentragsysteme nach dem aktuellen Stand der Technik sondern auch über mehr Anlegemöglichkeiten – acht JetFeeder sowie mehrere Zuführungen von MultiDisc-Wickelsystemen. Während die Anleger, das Zusammentragsystem und die Einstecktrommel MSD-M fabrikneu sind, wurden Teile des vorhandenen MultiDisc-Auf- und Abwickelsystems in der Ferag-Zentrale in Hinwil (Schweiz) einer kompletten Revision unterzogen. Die Technik-Verantwortlichen der Styria sahen darin ein Techniksegment, das auch künftig noch viele Jahre in seiner derzeitigen Konfiguration weiterbetrieben werden könne.

Drag & Drop dank Navigator

Auch in der Weiterverarbeitung wollte die Styria mehr Sonderwerbeformen realisieren und Produktionsmöglichkeiten ausweiten. Dazu wurden beispielsweise Ferag TriLiner angeschafft, die sowohl MemoSticks wie auch Karten auf die fertigen Zeitungsprodukte direkt im UTR Transporteur aufspenden können. Alles wird über die Ferag-Steuerungssoftware Navigator kontrolliert, die unter anderem das zuweisen von Beilagen auf die Anleger per Drag & Drop erlaubt. Von einem "Quantensprung" in der Weiterverarbeitung spricht deshalb Geschäftsführer Christian Wilms, der mit grossem Optimismus in die Zukunft sieht.

Ja, natürlich sei – so Christian Wilms – die Jugend auch im Südosten Österreichs sehr online-affin. Doch er stimmt dem Styria-Vorstandsvorsitzenden Markus Mair zu, der sich bei der Bekanntgabe der Investition überzeugt gezeigt hatte, "dass gedruckte Zeitungen auch in Zukunft einen Stellenwert und eine Funktion haben."

sbr / 15.11.2018