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Zarbock: Von der Historie bis Industrie 4.0


Im Rahmen der Tage der Industriekultur Rhein-Main besuchten viele Interessierte das Druck- und Verlagshaus Zarbock. Sie ließen sich von Ralf Zarbock, geschäftsführender Gesellschafter, die Entwicklung des Druckens zeigen. Zwei historische Buchdruckmaschinen stehen noch in der Halle und dienen zum Rillen, Stanzen und Nuten.


Zarbock erklärt dazu: "Sie arbeiten langsam, aber immer noch präzise. Ein paar Meter weiter drucken wir mit der neuen Generation – computergesteuert, mit dem Betrieb vernetzt, bis zu 16.000 bedruckten Bögen die Stunde."

Die Maschinen sind nicht nur schneller und besser geworden, sondern erleichtern auch die Arbeit. Die Drucker müssen nicht mehr so schwer heben und können die Farben vom Computer aus steuern. "Und umweltfreundlicher sind sie ebenfalls", meint Ralf Zarbock, Wärmerückgewinnung, mineralölfreie Farben, klimaneutraler Druck – kurz: die CO2 Bilanz wird immer besser.

Druck- und Verlagshaus Zarbock - die grüne Druckerei

"Ökologisches Wirtschaften wie Optimierung der Produktionsprozesse, Schonung von Ressourcen, Recycling von Materialien und nachhaltiger Nutzung von Energien" – damit gilt Zarbock eigenen Angaben zufolge für viele in der Branche als Vorreiter mit Vorbildcharakter beim Klimaschutz.

Seit 2004 betreibt Zarbock die Rückgewinnung der Abwärme aus den Druckmaschinen. Mit der gewonnenen Wärme wird das gesamte Betriebsgebäude beheizt, sodass der Heizölverbrauch bis 70 % reduziert werden konnte. Eine hohe Energieeffizienz wird auch durch die zentrale Druckluftgewinnung für die Produktionsmaschinen und der Nutzung daraus entstehender Abwärme erzielt.

Zarbock achtet auf den Einsatz von Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft und ist seit 2007 FSC und 2008 PEFC zertifiziert. In immer höherem Maße findet in den letzten Jahren Recyclingpapiere Verwendung. Dabei ist die möglichst optimale Papierausnutzung Prinzip.

Mit dem klimaneutralen Druck startet Zarbock 2008 als einer der Ersten. Seitdem hat es mit dem klimaneutralen Druck bis heute 3.650 Tonnen CO2 Emissionen kompensiert. Die CO2-Bilanz wird weiter durch eine eigene Photovoltaik-Anlage verbessert. Damit erwirtschaftet Zarbock seit Februar 2010 367.880 Kilowatt und hat somit mehr als 206 Tonnen CO2 eingespart. Darüber hinaus beteiligt man sich seit 2013 an dem go green Projekt der Deutschen Post/DHL Group. Hier weist das Emissionskonto bis Anfang 2018 weitere 37 Tonnen CO2 Reduzierung aus.

Im Druck verwendet Zarbock ausschließlich mineralölfreie Farben. Diese enthalten biologisch leicht abbaubare Pflanzenöle und sind beim Recycling von Altpapier rückstandsfrei entfernbar. Der eingesetzte Dispersionslack und das Puder sind auf wasserlöslicher Basis und der Druckprozess läuft alkoholfrei. Auch in den anderen Bereichen wird auf den Einsatz umweltfreundlicher, recycelbarer Materialien geachtet.

Seit 2009 zählt Zarbock zu den TOP 50 der grünen Druckereien Deutschlands. 2010 wird das Druck- und Verlagshaus Zarbock als erste Druckerei in Frankfurt von der hessischen Landesregierung als "Mitglied der Umweltallianz Hessen" aufgenommen – eine Auszeichnung die für besondere Leistungen im Umweltschutz erteilt wird.

Darüber hinaus senkt Zarbock kontinuierlich seine Papierabfälle. So wird durch verstärktes Qualitätsmanagement in der Produktion Abfall durch weniger Makulatur, Verschnitt, fehlerhafte Drucke oder Heftungen reduziert. In der Verwaltung wird derzeit das papierlose Büro etabliert. Neben den Papierabfällen führt Zarbock auch alle anderen Verbrauchs-materialien einer Verwertung zu. So z.B. Druckplatten, Farb- und Lackreste, Pappe, Kunststoffbehälter und Folien.

Seit 2015 wird ein jährliches Energieaudit durchgeführt, das bei der weiteren Energiereduzierung hilfreich ist. So wird gerade die komplette Beleuchtung durch LED-Leuchten ersetzt. Seit diesem Jahr bezieht Zarbock seinen Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien und zertifizierten Energiequellen.

Im Dezember 2017 wurde Zarbock von der Stadt Frankfurt als ÖkoProfit-Betrieb ausgezeichnet. Damit sind weitere Verbesserungen des betrieblichen Umweltschutzes durch Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und der Steigerung der Energieeffizienz erfolgt. Alle umwelt- und ressourcenschonenden Maßnahmen werden konsequent fortgeführt und permanent optimiert.

Derzeit ist die Zertifizierung mit dem Blauen Engel in Vorbereitung.

sbr / 08.08.2018