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Druckerei Grafotisak nutzt Push-to-Stop-Konzept


Laut Wikipedia beheimatet die bosnische Stadt Grude vier wichtige Unternehmen: eine Eisfabrik, eine der größten Toilettenpapierfabriken in Europa, eine Brauerei und eine Druckerei. Tatsächlich überrascht es, dass die Firma Grafotisak auf einer Gesamtfläche von über 26.000 qm eine hochmodern ausgestattete Druckerei und Lagerhallen für Handelswaren umfasst.


Stipan Vranješ, Inhaber und Geschäftsführer, stammt aus Grude und gründete die Firma im Jahre 1983. Nach und nach entwickelte sich Grafotisak zu einer Gruppe mit 600 Mitarbeitern und insgesamt zehn Standorten in Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Serbien. Der Umsatz wird je zur Hälfte aus dem Handel mit Schul-, Büro- und grafischem Bedarf und zur anderen Hälfte mit der Druckproduktion von Büchern sowie dem entsprechenden Logistikvertrieb erwirtschaftet.

Die Druckerei stellt zu über 90 Prozent Bücher her, die in fünfzehn europäische Länder geliefert werden. Der Exportanteil liegt bei 80 Prozent. 2017 lieferte Grafotisak 25 Millionen Bücher aus und erwartet für dieses Jahr eine zehnprozentige Steigerung. Um diese zu bewältigen investierte die Firma im letzten Jahr in eine Speedmaster XL 106 der neuesten drupa-Generation, einen CtP-Belichter Suprasetter 106 und in Prinect-Module für die Integration der Weiterverarbeitung. Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) lieferte alles aus einer Hand, inklusive intensiver Beratung im Vorfeld.

Die Kunden von Grafotisak sind namhafte Verlage, wie Taschen, Burda, Edmont, Disney, Harper Collins und Gyldendal. Die restlichen zehn Prozent der Produktion verteilen sich auf Sicherheitsdruck von Zollmarken für Alkohol oder Zigaretten sowie Faltschachteln und Leitzordner. "Mit Qualität durch die Zeit – mit diesem Motto haben wir ein rasantes Wachstum bei der Druckerei hingelegt", erklärt Marko Vranješ, Sohn des Inhabers und technischer Geschäftsführer. "Alle fünf Jahre tauschen wir unsere Maschinen aus, um immer auf dem modernsten Stand zu sein und unseren anspruchsvollen Kunden das Beste liefern zu können." Letztes Jahr betrug das Wachstum der Gruppe zwölf Prozent und für 2018 liegt das Ziel bei bis zu sieben Prozent.

Um das alles stemmen zu können, benötigt Grafotisak verlässliche und innovative Partner. "Von Anfang an vertrauten wir auf Heidelberg und wissen, dass uns zugehört und geliefert wird", bestätigt Marko Vranješ. So auch bei der neuen Speedmaster XL 106-Achtfarben mit Wendung und einer Geschwindigkeit von 18.000 Bogen in der Stunde. Diese Maschine ist mit AutoPlate XL, Wallscreen und Prinect Inpress Control 2 voll ausgestattet und arbeitet nach dem "Push-to-Stop-Konzept", bei dem der Bediener nur noch eingreift, wenn er Platten wechselt oder die Maschine anhalten will. "Wir können nun bis zu 30 Aufträge automatisch abarbeiten lassen und sind teilweise doppelt so schnell wie bei den anderen Maschinen", erklärt Marko Vranješ. Seit Produktionsstart im Juli 2017 sind bereits über 27 Millionen Bogen gedruckt worden. Insgesamt produzieren im Drucksaal nun 48 Druckwerke von Heidelberg, davon eine Speedmaster XL 162, fünf Speedmaster XL 106, eine Speedmaster XL 75 und zwei Speedmaster SM 52. Die letzte große Investition erfolgte im Jahr 2015 mit einem Paket bestehend aus der Speedmaster XL 162-8-P und einen Suprasetter 162. Damit ist die Buchproduktion mit 32 Seiten bzw. 64 Seiten auf einem Bogen möglich.

Das aktuelle Investitionspaket umfasst auch den weltweit ersten Suprasetter 106, der 55 Platten in der Stunde (pph) belichtet. Bisher lag die Grenze bei 40 pph. Es handelt sich um eine komplette Suprasetter-Strecke mit Auto Pallet Loader 106 K, Dual Cassette Loader mit Drehtisch, Glunz & Jensen Interplater 85 HDX und einer Nela Abkantstrecke mit zwei Abstapelstationen und Plattensortierung. Damit fügt der Suprasetter sich nahtlos in das Push-to-Stop-Konzept ein, in dem die belichteten Platten direkt an die Maschinen gebracht werden und jeder Auftrag entsprechend zugeordnet ist. Pro Tag werden zirka 1.200 Platten im B1-Format belichtet, was exakt für drei Schichten reicht. Da die Softwarefreigabe für die Kapazität von 55 Platten pro Stunde und die Fertigstellung des CtP-Belichters genau in der Kieler Woche stattfand, hatten Heidelberg und Grafotisak eine besondere Idee. Der Suprasetter 106 wurde mit Motiven von der Kieler Woche bemalt. "Mit dem neuen Suprasetter sind wir mehr als zufrieden und er ist unser Star in der Vorstufe", bestätigt Marko Vranješ.

Bei jeder Investition wird auch der Workflow erweitert und ergänzt. So wurde zuletzt auch die Weiterverarbeitung integriert. Dort stehen fünf Stahlfolder TH/KH 82-P. Diese arbeiten nach dem geschuppten Falzprinzip. Dadurch können mehr Bogen auf gleicher Strecke verarbeitet werden, was eine Leistungssteigerung von bis zu 50 Prozent mit sich bringt, ohne die Maschinengeschwindigkeit zu erhöhen und so eine hohe Falzqualität auch bei sensiblen Papieren sicherstellt. Vor allem kann damit der hohe Ausstoß der fünf Speedmaster XL 106 verarbeitet und schnell an die Kunden ausgeliefert werden.

Insgesamt sind bei Grafotisak die Vorstufe, die Druckmaschinen und die Weiterverarbeitung über den Prinect Integration Manager integriert. Das Ziel für die Zukunft ist die komplette Integration mit dem Prinect MIS-System, so dass auch die Angebotserstellung und die Kalkulation mit abgedeckt ist. Somit ergibt sich eine Transparenz und Zugriff auf alle Daten von jedem Ort.

sbr / 22.02.2018

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