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Mit Umsatz- und Ertragssteigerung gestartet


Damit sieht sich die Heidelberger Druckmaschinen AG im Plan, die Ziele des neuen Geschäftsjahres 2017/18 zu erreichen.


Mit der Initiierung zahlreicher Einzelmaßnahmen hat das Unternehmen bereits im 1. Quartal (1. April bis 30. Juni) die strategische Fokussierung auf die Schwerpunkte "Technologieführerschaft", "digitale Transformation" und "operative Exzellenz" vorangetrieben. Damit unterstreicht es seine Ambitionen, unter dem Motto "Heidelberg goes digital" eine neue Unternehmenskultur zu verankern und auf den Wachstumspfad zurückzukehren.


"Wir kommen gut voran, Heidelberg in ein digitales Unternehmen zu transformieren", so Vorstandsvorsitzender Rainer Hundsdörfer. "Bereits im 1. Quartal haben wir erste Erfolge mit unseren neuen Digitaldruckmaschinen und zwei zielführenden Akquisitionen realisieren können. Wir wollen künftig noch schneller und effizienter werden und bauen dazu die Unternehmensstrukturen weiter um."


Umsetzungserfolge bereits im ersten Quartal


So präsentierte sich der Konzern im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf der wichtigen Messe China Print als Vorreiter für die Digitalisierung der Branche und verzeichnete ein hohes Interesse an diesem Zukunftsthema, was in diesem wichtigen Markt zu positiven Impulsen beim Auftragseingang führte. 


Bei der ersten industriellen digitalen Verpackungsdruckmaschine manes Primefire ist Heidelberg angesichts großer Nachfrage für die nächsten zwei Jahre ausgebucht. Mit der Übernahme des Softwareanbieters Docufy stärkt das Unternehmen den neuen Geschäftsbereich "Digital Platforms" und baut sein Industrie-4.0-Angebot aus. Im Wachstumssegment "Verbrauchsmaterialien" wurde zudem das Geschäft mit Lacken und Drucksaalchemikalien in der Region EMEA durch den Erwerb dieses Bereichs von Fujifilm weiter ausgebaut. 


Zusätzliche Maßnahmen rund um operative Exzellenz umfassen Effizienzverbesserungen auf allen Ebenen, z.B. eine höhere Logistikeffizienz durch Optimierung des Tarifmodells in diesem Bereich und Erwerb des Logistikzentrums. Auch auf der Kapitalmarktseite werde die Digitalisierungsstrategie, wie gemeldet wird, honoriert: So konnte zum Ende des Berichtszeitraums eine Wandelanleihe nahezu vollständig in Eigenkapital gewandelt werden, wodurch künftig die Zinskosten jährlich um rd. 5 Mio.  Euro sänken.

 

Mittelfristige Ziele im Fokus


Hinsichtlich der im Juni bekanntgegebenen Konzernziele für 2022 (Konzernumsatz  ca. 3 Mrd. Euro,  Ebitda zwischen 250 und 300 Mio., Nettoergebnis  höher 100 Mio.) sieht sich das Unternehmen  angesichts der guten Nachfrage nach dem digitalen Produktportfolio im Verpackungs- und Etikettendruck und der Expansion und verstärkten Vernetzung in einem digitalen Geschäftsmodell (Equipment, Consumables, Service) auf Kurs. 


Die zusätzlichen Erlöse aus neuen Anwendungen über digitale Plattformen sollen durch den weiteren Ausbau einer E-Commerce-Plattform vorangetrieben werden. Mit den angekündigten Effizienzsteigerungen und Verbesserung der Kostenstruktur soll die Ertragskraft über operative Exzellenz um rd. 50 Mio. Euro gesteigert werden.

 

Umsatz- und Ertragssteigerung 


Umsatz und Ergebnis haben sich im ersten Quartal des Berichtsjahres im Vergleich zum Vorjahresquartal wie avisiert verbessert. So stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr auf 495 Mio. Euro an (Vorjahresquartalswert: 486 Mio.). Insbesondere Westeuropa und China trugen zur Steigerung bei. Der Auftragseingang lag erwartungsgemäß mit 629 Mio. Euro unter dem Vorjahresquartal (804 Mio.), in dem aufgrund der Drupa besonders hohe Bestelleingänge zu verzeichnen gewesen waren. Der Auftragsbestand erhöhte sich gegenüber dem Geschäftsjahresende (497 Mio. Euro) um über 20% auf 603 Mio. zum 30. Juni.

 

Die Profitabilität gemessen am Ebitda und Ebit konnte im Berichtsquartal gegenüber den Vorjahreswerten gesteigert werden. Ersteres fiel mit 14 Mio. Euro deutlich besser aus als im Vorjahresquartal (1 Mio.), das Ebit belief sich auf –3 Mio. (Vorjahr: –16 Mio.). Aufgrund der gesunkenen Finanzierungskosten verbesserte sich das Finanzergebnis auf –13 Mio. Euro (Vorjahresquartal: –16 Mio.). Inklusive Einkommens- und Ertragsteuern verbesserte sich das Ergebnis nach Steuern mit –16 Mio. Euro deutlich gegenüber dem Vorjahreswert (–37 Mio.).

 

Aufgrund von Unternehmens- und Immobilienerwerben und Auszahlungen für die Portfoliooptimierung war der Free Cashflow in den ersten drei Monaten mit –13 Mio. Euro negativ (Vorjahr: 6 Mio.). Im Vergleich zum Geschäftsjahresende ist das Eigenkapital im Wesentlichen aufgrund der fast vollständigen Wandlung der Wandelanleihe in Heidelberg-Aktien und aufgrund einer leichten Erhöhung des inländischen Rechnungszinssatzes für Pensionen gestiegen und betrug zum Stichtag 382 Mio. Euro (Vorjahr: 167 Mio.). Zum 30. Juni lag die Eigenkapitalquote somit bei rd. 17%. Die Finanzverbindlichkeiten sanken im Wesentlichen aufgrund der fast vollständigen Wandlung der Wandelanleihe deutlich, die Nettofinanzverschuldung reduzierte sich auf 234 Mio. Euro (Vorjahr: 263 Mio.).

 

"Die fast vollständige Wandlung einer Anleihe in Eigenkapital ist ein weiterer Beleg dafür, dass unsere Digitalisierungsstrategie vom Kapitalmarkt honoriert wird. Die Tilgung der Wandelanleihe hat uns unserem Ziel nähergebracht, das Zinsergebnis nachhaltig zu verbessern. Wir wollen die Zinskosten von derzeit 34 Mio. Euro auf in Zukunft 20 Mio. jährlich reduzieren", sagte Finanzvorstand Dirk Kaliebe.

 

Jahresziele unverändert im Blick


Im Geschäftsjahr 2017/18 richtet das Unternehmen den Fokus auf die Initiierung und Umsetzung zentraler strategischer Maßnahmen im Rahmen von "Heidelberg goes digital": Stärkung der Technologieführerschaft, digitale Transformation und operative Exzellenz. Diese würden sich im Geschäftsjahr 2017/18 operativ noch nicht spürbar niederschlagen, aber maßgeblich zur Erreichung der mittelfristigen Ziele beitragen.

 

Die erwartete Auftragsentwicklung, die bereits getätigten Akquisitionen und der sich beim Umsatz gegenläufig auswirkende Verzicht auf margenschwache oder risikobehaftete Aktivitäten sollen, wie anlässlich der Bilanzpressekonferenz am 8. Juni avisiert, im Geschäftsjahr 2017/18 zu einem Umsatz auf Vorjahresniveau führen.

 

Mit Maßnahmen zur Effizienzsteigerung will das Unternehmen im Geschäftsjahr 2017/18 eine Ebitda-Marge in einer Bandbreite von 7 bis 7,5% erzielen. Der Nachsteuergewinn soll gegenüber dem Vorjahr inkl. eines weiter verbesserten Finanzergebnisses moderat steigen.

saj / 10.08.2017