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(05/21/2015 / saj)

Fespa bescheinigt Optimismus und Wachstum weltweit

Print Census: Kundenanforderungen und Produktdiversifikation kurbeln Investitionspläne von Druckdienstleistern an.

Die Ergebnisse des Fespa Print Census, der größten von der Organisation jemals weltweit durchgeführten Branchenumfrage, haben sechs Haupttrends für die internationale Community der Großformat- und Spezialdruckdienstleister zu Tage gefördert. In der Zeit von Mai 2014 bis April 2015 haben über 1200 Teilnehmer den  Fragebogen ausgefüllt. Die Hälfte der Befragungsteilnehmer kam aus Amerika, 42% kamen aus Europa und 8% aus dem asiatisch-pazifischen Raum.

 

Die Teilnehmer stellen das gesamte Spektrum der Druckdienstleister dar, inkl. Sieb- und Digitaldruckereien (34%), Akzidenz- und Schnelldruckereien sowie Reproanstalten (15%), Schilderherstellern (13%), Grafikdesignern (7%), Werbeagenturen (5%) und sonstiger Dienstleister. Erstmalig waren industrielle Hersteller dabei, mit einem Anteil von 8% der Befragten; sie stellen eine neue Community der Digitaldruckanwender dar.

 

Optimismus und großes Vertrauen auf Umsatzwachstum

 

Als Haupttrend ist großer Optimismus seitens der Geschäftsinhaber festzustellen. Die Geschäftserwartungen von 80% der Befragten sind sehr optimistisch oder recht optimistisch und übertreffen damit die optimistischen Erwartung der gesamten Branche um 14%. Das lässt darauf schließen, dass die Befragungsteilnehmer von ihren eigenen Wachstumsstrategien überzeugt und gleichzeitig weniger zuversichtlich in Bezug auf die generelle Entwicklungsfähigkeit der Branche sind. 

 

Dieser individuelle Optimismus gründet sich auf geschäftlichen Erfolg. Betrachtet man die Antworten der Befragten aus Industrieländern, so lässt sich feststellen, dass sich die durchschnittlichen Umsatzerlöse im gleichen Zeitraum von 3 Mio. Euro im Jahr 2007 auf über 6,25 Mio. Euro im Jahr 2015 mehr als verdoppelt haben. Das generelle Umsatzwachstum von 2007 bis 2015 verzeichnete eine kumulierte jährliche Wachstumsrate von etwa 9% für das gesamte Print-Business und von 7% für den digitalen Großformatdruck.

 

Kundenanforderungen - die Druckindustrie ist eine Dienstleistungsbranche

 

Die Kundenanforderungen forcieren ständige Anstrengungen zur Effizienzsteigerung und ermöglichen af diese Weise eine schnellere Auftragsabwicklung, kürzere Lieferzeiten, pünktliche Lieferung an den gewünschten Ort sowie Versionierung/Personalisierung.

 

Mindestens 70% der Befragten gehen davon aus, dass diese vier kundenseitigen Haupttrends weiterhin anhalten oder an Bedeutung gewinnen werden. Diese Erwartung ist ein weiterer Beleg dafür, dass Druckdienstleister heute absolut Kundenservice-orientiert sind. Die zunehmende Umsetzung digitaler Prozesse - inkl. Produktionssystemen, Workflow, Automatisierung und Web-to-Print - ist auf diese Erwartungen zurückzuführen.

 

Hin zur kundenindividuellen Massenproduktion 

 

Banner (49%), Poster (40%), Schilder (38%) und Plakatwände (37%) sind nach wie vor die vier Hauptprodukte der Befragten. In den Bereichen des Textildrucks für Bekleidung und Dekoranwendungen sowie der Verpackungen ist ein drastisches Wachstum zu verzeichnen. Fast 80% der Befragten gaben an, dass die Nachfrage nach diesen Anwendungen weiter steigt.

 

Die Befragungsteilnehmer gaben an, dass viele dieser Produkte zunehmend digital hergestellt würden. Die Umstellung auf die Digitaltechnik wird vor allem für die Herstellung von Bekleidung, Aufklebern und gedruckter Elektronik vorhergesagt. Der sich ändernde Anwendungsmix spiegelt sich auch in der Zunahme von starren Materialien wider, die inzwischen einen Anteil von 25% an der Produktion unter den Befragten haben.

 

Digitale Technik als Auslöser und Motor des Wandels

 

Über die Hälfte aller beim Print Census befragten Unternehmen gaben an, dass sie in die Anschaffung digitaler Großformat-Drucksysteme investieren möchten, wobei das geplante Investitionsvolumen bei durchschnittlich fast 100.000 Euro liegt. Ganz oben auf der Liste der Investitionspläne stehen UV-Drucker (27%), gefolgt von Textildruckern (21%), Lösemitteldruckern (17%), Eco-Solvent-Druckern (16%) und Latexdruckern (14%). Konturenschneider und Laminiermaschinen sind die wichtigsten geplanten Anschaffungen für die Weiterverarbeitung.

 

Die Mehrzahl der Befragten (45%) nannte die Erschließung neuer Märkte mit neuen Produkten oder Dienstleistungen als Grund für ihre Investitionen. Investitionen werden auch durch den Wunsch nach Optimierung der Druckqualität (43%), Steigerung der Kapazität (37%), Erhöhung der Ausgabegeschwindigkeit (34%) und Verringerung der Stückkosten (33%) vorangetrieben.

 

Wachstum des Textildrucks 

 

Wie oben bereits festgestellt, verzeichnet der Textildruck die größte Zuwachsrate unter den Befragten. 27% davon sind bereits im Bekleidungsdruck tätig; 81% erwarten die höchste Zuwachsrate in diesem Bereich. Dabei fungiert die Digitaltechnik als Wegbereiter und Motor. Über die Hälfte der Befragten gehen davon aus, dass der digitale Textildruck in den nächsten zwei Jahren eine wichtige Alternative zum herkömmlichen Siebdruck für Bekleidung wird.

 

Mit einem Anteil von 21% der Befragten wollen insbesondere Textildruckereien in digitale Technik investieren; 12% planen die Anschaffung von Thermotransferdrucksystemen. Textildruckanwendungen für dekorative und industrielle Zwecke fallen ebenfalls ins Gewicht. Denn laut Angabe von 78% der Befragungsteilnehmer ist ein Wachstum des Textildrucks für Dekorationsanwendungen zu verzeichnen. Textilsubstrate halten weiterhin Einzug im Signage- und Grafikbereich, wobei 67% ein nachhaltiges Wachstum im Soft-Signage-Bereich beobachten.

 

Die Zukunft des Schilder- und Display-Drucks 

 

Über drei Viertel aller Befragten erwarten, dass sich Live-Medien und Werbung auf LCD-Bildschirmen in absehbarer Zeit auf das Großformat-Druckgeschäft auswirken werden. Nach Angaben von 36% der Befragten sind die Auswirkungen dieser Techniken schon jetzt zu spüren. 31% der Befragungsteilnehmer möchten ihren Stammkunden in den nächsten zwölf Monaten digitale Signage-Lösungen anbieten.