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(11.02.2021 / sbr)

bvdm sieht angekündigte Papierpreiserhöhungen mit Sorge

In den letzten Wochen haben die Ankündigungen von Preiserhöhungen für Papier, teilweise im signifikanten Ausmaß von 6 bis 8 Prozent, viele Druckdienstleister erreicht. Sie bereiteten auch dem Bundesverband Druck und Medien e.V. (bvdm) als Branchenverband große Sorge, sieht sich doch die Druckindustrie in der aktuellen Krisensituation der Pandemie noch weniger in der Lage, Preiserhöhungen durch Zulieferer an ihre Kunden weiterzureichen.

Dabei verkennt der bvdm nicht die schwierige Lage der papierproduzierenden Industrie: Nach deutlichen Anstiegen bei den Rohstoffpreisen (vor allem Zellstoff), die mit Papierpreiserhöhungen bis zu einem Allzeithoch an die Druckereien durchgereicht wurden, gingen die Preise ab Ende 2019 und 2020 deutlich nach unten, so dass beispielsweise beim Bilderdruckpapier Tiefstpreise erreicht wurden. Dieser erfreuliche Trend kehrt sich zurzeit jedoch ins Gegenteil. Pandemiebedingt sind die Frachtkosten im letzten Jahr deutlich in die Höhe geschnellt und der Transport ist in nachvollziehbarer Weise insgesamt beschwerlicher geworden. Vor allem aber ziehen die Langfaserzellstoffpreise seit Ende des letzten Jahres an. Es ist zu befürchten, dass angesichts der in China längst wieder angesprungenen Volkswirtschaft und der dort für Kurzfasern ? im Vergleich zu Europa ? deutlich höher gezahlten Preise, die Papierhersteller weitere Preiserhöhungen für Papierlieferungen durchzusetzen versuchen werden.

Vor diesem Hintergrund appelliert der bvdm an die Produzenten, den Bogen nicht zu überspannen. Denn letztlich erwiesen sie sich einen Bärendienst, wenn das Geschäft der Druckereien damit zusätzlich erschwert werden würde. „Wer jetzt in gewaltigen Preiserhöhungen für Papier zukünftige Rohstoffpreissteigerungen vorwegnimmt, eigene Kostenentlastungen bei Strom (gesunkene EEG-Umlage!) außen vor lässt und neue Anläufe für weitere Erhöhungen planen will, sägt an dem Ast, auf dem Papierlieferanten und Druckdienstleister gemeinsam sitzen“, bemerkt der Hauptgeschäftsführer des bvdm, Dr. Paul Albert Deimel.