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(12.03.2018 / sbr)

Lebensmittelverpackungen aus Wellpappe

Eine der großen Herausforderungen für Markenhersteller in hart umkämpften Märkten besteht heute darin, Kunden genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort das richtige Produkt zu präsentieren – und Markenbotschaften zielsicher, sympathisch und prägnant zu kommunizieren. Die mit HP Digitaldrucktechnologie realisierte "Trink 'ne Coke mit …" Kampagne "hat hier Maßstäbe gesetzt und den Verpackungsdruck revolutioniert", so dass immer mehr Markenhersteller auf einen ähnlichen Effekt abzielen.

Die Konsequenz: Verpackungen, die Kunden auf unverwechselbare Weise ganz direkt ansprechen, gehört die Zukunft. Die nächste große Herausforderung für den Digitaldruck sind Verpackungen aus Wellpappe. Kartons aus Wellpappe werden sowohl für Primär- als auch für Sekundärverpackungen verwendet und sind das am schnellsten wachsende Verpackungssegment. So kommen Wellpappkartons im Einzelhandel immer häufiger als offene Verkaufsdisplays zum Einsatz und ermöglichen in Form von Retail-Ready- oder Shelf-Ready-Verpackungen eine Optimierung der Produktpräsentation im Geschäft.

Attraktive, individuell bedruckte Wellpappkartons sind ein effektives Mittel, um die Aufmerksamkeit der Kunden im Geschäft zu wecken und Marketingkampagnen erfolgreicher zu gestalten. Die Kartons lassen sich flexibel an strategisch günstigen Orten positionieren, z.B. direkt am Eingang, zwischen Regalen oder im Kassenbereich, um eine direkte Interaktion mit den potenziellen Käufern zu ermöglichen.

Dank Digitaldruck können Markenhersteller ihre Produkte sehr kurzfristig und in verschiedenen Versionen bereitstellen, um mit schnelllebigen, saisonal beeinflussten Märkten Schritt zu halten und Verpackungen punktgenau entsprechend der Nachfrage zu produzieren. Und auch Druckdienstleister profitieren, denn sie sind mittels Digitaldruck in der Lage, ihr Business zu erweitern und die Lieferkette zu optimieren.

Last but not least gewinnen auch digitale Funktionen wie Tracking und Fälschungssicherheit bei Lebensmittelverpackungen zunehmend an Bedeutung. Durch die jüngsten Innovationen rund um die wasserbasierten Tinten von HP ist Digitaldruck mittlerweile auch perfekt zur Verarbeitung von Wellpappkartons mit direktem Lebensmittelkontakt geeignet, so HP.

Lebensmittelsicherheit bei Wellpappverpackungen

Zunächst haben mit dem Aufkommen digitaler Drucktechnologien sowohl die Komplexität als auch die Risiken für Lebensmittelhersteller und deren Verpackungspartner zugenommen. Druckfarben mit Chemikalien, die auf UV-Licht reagieren, können Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher haben. Aus diesem Grund hat HP eine echte wasserbasierende Tintentechnologie für seine digitalen Wellpappendruckmaschinen entwickelt. Nur echte wasserbasierende Tinten ermöglichen es Verpackungsverarbeitern, lebensmittelechte Druckergebnisse zu liefern.

Die meisten neuen Drucksysteme für Lebensmittelverpackungen arbeiten mit UV-Härtungsverfahren. Dabei bleibt ein Risiko: Farbpartikel, bei denen die chemische Reaktion nicht stattgefunden hat und die leicht durch die Kartonverpackung migrieren können. Dies ist bei bestimmten Sekundäranwendungen akzeptabel, z.B. im Fall gestanzter Shelf-Ready-Verpackungen, die verpackte und geschützte Ware enthalten. Für andere Anwendungen, wie z.B. Kartons, in denen Obst und Gemüse lose gelagert werden, eignet sich diese Technologie jedoch nicht.

Darüber hinaus kann es auf porösen Substraten wie Wellpappe schwierig sein, einen hohen Aushärtungsgrad zu erreichen, da die Farbe in das Substrat eindringt und der UV-Energie nicht ausreichend ausgesetzt ist. Diese Problematik verschärft sich noch durch die immer höheren Druckgeschwindigkeiten, die aus Produktivitätsgründen heute gefordert werden.

Um internationale Vorschriften in puncto Lebensmittelsicherheit zu erfüllen, hat HP spezielle Tintenformeln für seine Druckmaschinen entwickelt und dafür die Zertifizierung von Intertek und SQTS erhalten. HP Digitaldruckfarben für Wellpappenmaschinen – CMYK-Farben – enthalten keine Farben, die zu kritischen chemischen Reaktionen führen und erfordern keine zusätzlichen Schutzbarrieren auf der Seite des Materials, die unmittelbar mit dem Lebensmittel in Berührung kommt.

Mehrere Wellpappenverarbeiter in Europa, darunter das italienische Unternehmen Ghelfi Ondulati mit Sitz in Buglio in Monte (Sondrio), haben die Potenziale der HP Digitaldrucktechnik bereits für sich entdeckt. Ghelfi verwendet sowohl die HP PageWide T1100S als auch die HP PageWide T400S zur Herstellung von Wellpappschachteln – u.a. für landwirtschaftliche Produkte, Wein, Tiefkühlkost und Fleischwaren aus Italien und weiteren EU-Ländern.

Auch andere Unternehmen in Europa, darunter Christiansen Print in der Thimm-Gruppe in Deutschland und DS Smith – eigenen Angaben zufolge einer der führenden europäischen Hersteller von Wellpappverpackungen – haben sich für diese Lösung entschieden.

Einzigartige Vorteile der digital bedruckten Verpackung

Der Digitaldruck von Wellpappverpackungen eignet sich ideal für Markenkampagnen und die Herstellung limitierter Auflagen für den saisonalen Einsatz oder besondere Anlässe. Wellpappverpackungen können mit exakt getimten, relevanten Botschaften zielgenau bestimmte Kundensegmente erreichen und so den Umsatz steigern und die Markentreue erhöhen.

Da Wellpappverpackungen noch nicht in großem Stil für Marketingzwecke zum Einsatz kommen, bieten sich laut HP hervorragende Chancen, jetzt mit vielfältigen Vorteilen auf die Überholspur zu gehen:

  1. Versionierung: Markenhersteller können kostengünstig eine große Anzahl verschiedener Versionen produzieren. 
  2. Personalisierung: Käufer können Fotos hochladen, Produkte mit ihrem Namen personalisieren usw.
  3. Kundenspezifische Anpassung: Wellpappverpackungen ermöglichen den Druck individueller Botschaften basierend auf Jahreszeit, Verkaufsort oder anderen Faktoren.
  4. Time-to-Market: Markenhersteller sind in der Lage, Produkte innerhalb von wenigen Tagen statt mehreren Wochen auf den Markt zu bringen.
  5. Flexibilität: Markenhersteller können lediglich die gewünschten Mengen produzieren; Kosten für die Herstellung nicht benötigter Produkte entfallen.

Äpfel in sozialen Medien und digital bedruckten Wellpappkartons

Der große italienische Apfellieferant Melinda gehörte zu den ersten Lebensmittelverpackern in Europa, die den Wert des lebensmittelechten Digitaldrucks für sich erkannten. Um die italienischen Apfelbauern, die 2016 vom Erdbeben in Italien betroffen waren, zu unterstützen, wandte sich das Unternehmen über seine Facebook-Seite an die Verbraucher: Mit der Spendenaktion "Dedicamela" ("Spende einen Apfel") rief das Unternehmen die Kunden auf, den Opfern Mut zu machen. Viele der daraus resultierenden Kommentare wurden auf die Melinda-Apfelkartons gedruckt. Für jeden Kommentar wurde ein Euro gespendet.

Die Apfelkartons wurden innerhalb weniger Tage in kleinen Geschäften zum Verkauf angeboten, was den Handel an Orten ankurbelte, in denen Laufkundschaft sonst eher selten war. Die Kunden suchten gezielt nach "ihren" Kisten und teilten ihre Erfahrungen über soziale Medien.

Die Kampagne erzielte eine enorme Öffentlichkeitswirkung: Innerhalb von zwei Wochen gingen ca. 23.000 Kommentare ein. Die Kampagne von Melinda war erfolgreich, weil sie den Kunden auf originelle und effektive Weise die Möglichkeit bot, sich auf mehreren Ebenen mit ihrer Marke auseinanderzusetzen. Und auch bei den Einzelhändlern fand die Aktion Anklang, da die Botschaften direkt auf den Apfelkartons gedruckt waren. So bestand kein Bedarf an zusätzlichen Verkaufsdisplays, die Extra-Stellfläche benötigt und dadurch Kosten verursacht hätten.

Ghelfi Ondulati bedruckte die Kartons auf der HP PageWide T1100S mit lebensmittelechter Farbe und VDP-Technologie. Insgesamt wurden für die Kampagne 2 Millionen Kartons hergestellt. Da der digitale Druck von Verpackungen aus Wellpappe in ganz Europa immer mehr an Bedeutung gewinnt, werden mit Sicherheit weitere wirkungsvolle Marketingkampagnen für Lebensmittel folgen.